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| 26.03.2001 | Geister können Krebs nicht
heilen
Deutsche Krebshilfe fördert auch alternative Methoden - Warnung vor Scharlatanen Bonn (AP) Im Kampf gegen Tumorerkrankungen fördert die Deutsche Krebshilfe auch alternative Heilmethoden. Allerdings warnen die Experten zugleich eindringlich vor Scharlatanen. Nach bisherigen Erkenntnissen stellen die bekannten Methoden «keine Alternative zur Schulmedizin dar», betonte die Organisation. Mit insgesamt 9,7 Millionen Mark unterstützt die Deutsche Krebshilfe jedoch seit über zehn Jahren die Arbeitsgruppe Biologische Krebstherapie unter Leitung von Professor Walter Gallmeier am Klinikum Nürnberg.«Das Team beschäftigt sich mit der kliniknahen immunologischen Grundlagenforschung und Psychoonkologie», erklärt Pressesprecherin Eva Kalbheim. Außerdem prüfen die Wissenschaftler, ob und wie unkonventionelle Behandlungsverfahren in der Onkologie für Krebskranke nützlich sind. Die Krebshilfe unterstützt in Nürnberg vor allem den Aufbau eines Beratungsangebotes für Betroffene.Bereits die Gründerin der Krebshilfe, Mildred Scheel, hatte sich gegenüber Naturheilmitteln zur zusätzlichen Behandlung und Linderung von Krebsleiden offen zeigt, zugleich aber vermeintliche Heiler abgelehnt. «Geister können den Krebs nicht besiegen», sagte damals die Ärztin, die selbst an einem Krebsleiden verstarb. Andererseits sollten zusätzlich durchaus die Mittel der Natur genutzt werden.«Die größte Gefahr jeder unkonventionellen Methode ist, dass bei unkritischem Gebrauch wertvolle Zeit verstreichen kann, in der der Patient durch Verfahren der Schulmedizin hätte geheilt werden können», sagt Kalbheim. Fast zwei Drittel der Krebspatienten gehen nach Erkenntnissen der Deutschen Krebshilfe im Laufe ihrer Krankheit auch zu Heilpraktikern. Hinzu kommen Alternativ- und Komplementärmediziner und selbst Geistheiler oder Ähnliches.«Die meisten Krebspatienten sind dabei nicht auf der Suche nach einem Verfahren, das die klassische Krebsbehandlung ersetzen soll, sondern sie erhoffen sich zusätzliche Hilfe von den ergänzenden Methoden», sagt die Sprecherin. «Generelle Vorsicht ist immer dann geboten, wenn die Methoden besonders teuer sind, oder wenn die Verfechter der Methode mit Alleinanspruch oder Heilsversprechen auftreten.»Unkonventionelle Methoden sind solche, deren Wirkung bislang nicht wissenschaftlich belegt ist. Dazu gehören so unterschiedliche Verfahren wie Abwehrsteigerung durch Mistel oder Thymus-Präparate, Therapien mit Vitaminen, Selen, Zink und die Enzymtherapie. Manche versprechen sich von Krebsdiäten und Ernährungsumstellung Hilfe. Andere setzen wiederum auf Sauerstoff-Ozontherapie, physikalische Methoden (Magnetfeld, Mikrowellen, Hyperthermie) und auf Chinesische Medizin.Der Nutzen alternativer Krebsbehandlung scheint nach Ansicht der Krebshilfe eher damit verbunden zu sein, dass die Methoden eine Rolle spielen bei der Behandlung krankheits- und therapiebedingter Beschwerden sowie bei der Krankheitsbewältigung selbst. «Manche unkonventionellen Methoden können Symptome lindern», sagt Kalbheim. Dazu gehören Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Gewichtsverlust, Schlafstörungen und psychische Symptome. Dadurch werde Einfluss genommen auf die Lebensqualität und die aktive, eigenverantwortliche Auseinandersetzung mit dem Krankheitsschicksal Vorbeugen ist besser als Heilen. «Generell ist Vorbeugen natürlich besser als Heilen», bekräftigt die Krebshilfe. Experten schätzen, dass sich mit Änderungen des Lebensstils bis zu zwei Drittel aller Krebs-Neuerkrankungen vermeiden ließen. In Anbetracht der Tatsache, dass jedes Jahr in Deutschland 330.000 Menschen neu an Krebs erkranken, sei dies natürlich eine große Chance. Im Vordergrund der «Lifestyle-Faktoren» stehen Nichtrauchen, gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Einhaltung des Normalgewichtes, ausreichend Bewegung, Vermeidung von Krebs erregenden Substanzen am Arbeitsplatz. Jeder sollte die jährlichen Früherkennungsuntersuchungen nutzen, fordert die Krebshilfe immer wieder. Sie werden im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung kostenlos angeboten. Früh erkannte Tumoren hätten eine große Heilungschance. Wer die Befürchtung habe, mit einem familiären Krebsrisiko belastet zu sein, sollte ein engmaschiges Untersuchungsprogramm wahrnehmen und sich humangenetisch beraten lassen, empfehlen die Experten. |
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proLIFE - Hilfe für Krebspatienten |