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24.04.2001

Zunehmen und Faulenzen sollen Krebs fördern

Vorgang der Gewichtsveränderung nach oben scheint ausschlaggebend zu sein

London (AP) Bis zu ein Drittel aller Fälle von Krebs der Verdauungsorgane und der Brust sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf übermäßige Gewichtszunahme und Bewegungsmangel zurückzuführen. Ausschlaggebend scheint der Vorgang der Gewichtszunahme an sich zu sein. «Auch wenn man normalgewichtig ist und zunimmt, steigt das Risiko,» erklärte Harri Vainio von der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO.

«Das Wichtigste ist, nicht zuzunehmen, egal wie viel man wiegt.» Es gebe keine erkennbaren Anzeichen dafür, dass Abnehmen das Krebserkrankungsrisiko verringere, sagte Vainio weiter. «Aber das bedeutet nicht, dass dem nicht so wäre». Das Abnehmen dauere nie so lange, als dass man eruieren könnte, ob sich das Krebsrisiko verändere.

Die Hälfte aller erwachsenen Europäer und 61 Prozent der amerikanischen Erwachsenen haben Übergewicht. Der dafür verantwortlich gemachte westliche Lebensstil breitet sich in alle Welt aus. Die Agentur hat ein Expertengremium erstmals mit der Ausarbeitung einer Analyse über den Beitrag von Fettleibigkeit und bewegungsarmer Lebensführung zum Entstehen von Krebserkrankungen beauftragt. In seinem vorläufigen Bericht kommt das Gremium trotz des Fehlens direkter Nachweismöglichkeiten zu der Ansicht, dass durch Gewichtsreduktion verursachte Veränderungen im Hormonbereich offenbar das Risiko einer Erkrankung an mehreren Arten von Krebs verringerten.

Forschungsergebnisse deuteten darauf hin, dass selbst noch ein Abnehmen in fortgeschrittenem Alter die Gefahr von Brustkrebs- und Gebärmutterkrebserkrankungen verkleinere. Das Vermeiden von Gewichtszunahme wirkt nach Erkenntnissen des Gremiums vorbeugend gegen Darmkrebs, Krebserkrankungen anderer Verdauungsorgane, Nieren- und Gebärmutterkrebs sowie gegen das Entstehen von Brustkrebs nach den Wechseljahren. Körperliche Betätigung verringere die Gefahr von Brust- und Darmkrebserkrankungen. Die Experten wiesen darauf hin, dass Übergewicht auch das Risiko des Entstehens von Herz- und Kreislauferkrankungen sowie der Zuckerkrankheit und die Gefahr eines frühen Todes begünstige. Der Kampf gegen Fettleibigkeit und die Hinwendung zu körperlicher Betätigung könne nicht ausschließlich als Sache der Betroffenen betrachtet werden, betonten die Mediziner. Staatliche Stellen, die Nahrungsmittelindustrie, internationale Institutionen, die Medien, die Kommunen und jeder einzelne müssten sich gemeinsam bemühen, die Lebensumgebung so zu verändern, «dass sie weniger zur Gewichtszunahme verführt».

http://www.iotf.org

http://www.krebshilfe.de

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