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04.05.2001

Neue Druckkammer - Krebsbehandlung erprobt

Eine neue Therapie gegen Krebs erproben Ärzte in Halle.

«Mit der Kombination von Überdruck- und Strahlenbehandlung sind wir auf medizinischem Neuland», sagte Strahlenmediziner Hendrik Liedtke. Die Methode werde jedoch erst frühestens in drei Jahren allgemein zur Verfügung stehen.

25 an Hals-Nasen-Ohrenkrebs leidende Patienten unterziehen sich seit Anfang April dieser Behandlung, die zu einem Forschungsprogramm der Universitätsklinik für Strahlentherapie gehört. «Bis 2003 wollen wir insgesamt mindestens 75 Patienten behandeln. Das sind Menschen, bei denen der Krebs zum zweiten Mal aufgebrochen ist», sagte Liedtke. Dabei arbeiten Hallenser eng mit der Universitätsklinik Düsseldorf zusammen, wo diese Methode bisher an Mäusen erprobt wurde.

Bei der Überdruck- und der Strahlentherapie dürfen nach Angaben des Mediziners zwischen den beiden Behandlungen höchstens 15 Minuten verstreichen. Der Grund: Die Tumore werden in der Überdruckkammer mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt und lassen sich anschließend durch Bestrahlung viel einfacher und mit einer geringeren Dosis vernichten. Nebenwirkungen für das gesunde Gewebe sind deutlich geringer.

«Dieser zusätzliche Anreicherungseffekt hält aber nur eine Viertelstunde lang an, dann ist der Sauerstoff aus den Krebszellen wieder abgeflossen», sagte der Mediziner. Zwei Drittel aller Krebsgeschwüre seien von Natur aus mit Sauerstoff unterversorgt und deshalb gegen Strahlentherapie in einem hohen Maß resistent. Derzeit geschehe die Sauerstoffanreicherung durch Medikamente in der Chemotherapie. Das habe aber die bekannten Nebenwirkungen.

Erste Effekte der neuen Therapie, dass sich die Patienten zum Beispiel schmerzfrei fühlen, konnten bereits registriert werden. «Was jetzt noch fehlt ist der wissenschaftliche Beweis, dass die Patienten durch diese Therapie auch wirklich länger leben», sagte der Experte. (dpa)

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