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18.05.2001

Ballaststoffe: Nicht jede Faser schützt vor Darmkrebs

Seit Jahren predigt man uns, wie gesund Ballaststoffe sind. Doch neuere Forschungen gehen davon aus, dass bestimmte Fasern das Risiko für Darmkrebs sogar erhöhen können.

In den frühen Siebzigerjahren stellte der Missionsarzt Dennis Burkitt in Afrika fest, dass die einheimische Landbevölkerung seltener an Dickdarmkrebs erkrankt als Menschen aus den Industrienationen. Er führte dies auf die ballaststoffreiche Ernährung zurück. Seitdem gelten Ballaststoffe als wichtiger Bestandteil gesunder Ernährung. Neuere Studien stellen diese These in Frage. Während die seit 16 Jahren laufende Bostoner Nurses Studie an 88.000 Krankenschwestern bislang keine Schutzwirkung durch die Fasern finden  konnte, stellte der Report der European Cancer Prevention Organisation sogar eine höhere Rückfallrate bei Darmkrebs durch die Einwirkung von Ballaststoffen aus Nahrungsergänzungsmitteln fest.

Eine Erklärung hierfür glaubt der Gastroenterologe Robert Goodlad vom Krebsforschungszentrum Imperial Cancer Research Fund in London gefunden zu haben. So sorgen einige Fasern für eine möglicherweise gefährliche Vermehrung von Darmbakterien. Andere regen die Zellteilung an, ein Prozess der eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Krebs spielt. Goodlad hält es für möglich, dass nicht die Ballaststoffe selbst, sondern ihr hoher Anteil an Vitaminen und Mineralstoffen gesund sind. Er empfiehlt daher, weiterhin reichlich Ballaststoffe zu essen, jedoch vorwiegend aus Obst und Gemüse und weniger aus Getreideprodukten oder Nahrungsergänzungsmitteln.

Quelle: Almeda

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