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03.07.2001 Laser gegen Leberkrebs

Die Möglichkeiten zum Einsatz von Lasertechnik in der Medizin haben rasant zugenommen. Darauf haben Experten bei der 13. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Lasermedizin in München hingewiesen. So könnten etwa bei Leberkrebs Geschwüre mit Laser ohne Operation "verkocht" werden.

Bei dieser Laser-Zerstörung von Tumoren durch Hitze handele es sich um eine minimal-invasive Methode, bei der die Geschwulst nicht herausgeschnitten werden müsse, erläuterte Prof. Hans-Peter Berlien, Chefarzt des Lasermedizinischen Krankenhauses Neukölln in Berlin. Dabei werde im Rahmen der so genannten interstitiellen Therapie ein dünner Glasfaserlichtleiter für kurze Zeit in den Tumor eingestochen.

Der Leberkrebs könne mit dieser Methode zwar nicht geheilt werden, aber man könne die weitere mittlere Lebenserwartung dabei auf rund 37 Monate ausdehnen, sagte Prof. Gerhard Müller von der Freien Universität Berlin. Bei einer Chemotherapie liege sie nur bei 15 Monaten, bei einer klassischen Operation im Fall einer einzelnen Lebermetastase bei 38 oder 39 Monaten. Die Lasermethode sei schonender, solle aber noch in einer gemeinsame Studie mehrerer Krebszentren weiter erforscht werden.

Immer mehr Anwendung finde bei der Krebsbehandlung auch das «photodynamische Verfahren» mit Laser, berichtete Berlien. Dabei verabreiche man für sich wirkungslose Medikamente, die sich aber besonders im Tumorgewebe anlagerten, bei Licht hochaktiven Sauerstoff produzierten und durch Laser aktiviert würden. Hochaktiver Sauerstoff sei eines gefährlichsten Zellgifte, das damit direkt im Tumor wirksam werde.

In der Gynäkologie habe man gute Erfolge mit Laserbehandlung bei Unfruchtbarkeit von Frauen gemacht, die mit Verwachsungen an den Eileitern - etwa nach Eileiterentzündungen - zusammenhänge, berichtete der Mediziner Prof. Gunther Bastert (Heidelberg). Diese Verwachsungen könnten auch wie bisher operiert werden, aber dazu müsse der Bauch aufgeschnitten werden. Mit Laser gehe das im Wege einer Bauchspiegelung einfacher und schonender.

Auch bei der Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs werde der Laser erfolgreich eingesetzt, sagte Bastert. Dabei rücke man einer bestimmten Warzeninfektion in der Gebärmutter zu Leibe, von der man wisse, dass sie bei Frauen mit ungenügenden Abwehrkräften zu einem gewissen Prozentsatz zu dem Krebs führe. Mit dem Laser würden die entsprechenden gefährlichen Zellen rund um den Gebärmutterhals verdampft.

Eine Laser-Behandlung eigne sich auch besonders für Erkrankungen im Mund-, Rachen-, After- und Genitalbereich, die noch kein Tumor seien, sondern sich noch zwischen Entzündung und Tumor bewegten, sagte Berlien. Prof. Dietheim Wallwiener von der Frauen-Uniklinik Tübingen erklärte, Laser werde inzwischen in drei Arten eingesetzt - zum Schweißen etwa bei Netzhautablösung am Auge, zum Schneiden bei chirurgischen Eingriffen und zum Zerstören von bösartigem Gewebe.

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