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11.07.2001 Jährlich erkranken 340 000 Menschen an Krebs

In Deutschland erkranken jährlich etwa 340 000 Menschen an Krebs. Etwa die Hälfte der Patienten hat nach Angaben der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern die Aussicht auf Heilung. Die andere Hälfte werde in der Absicht behandelt, Schmerzen zu lindern, sagte der Greifswalder Mediziner Wolf Diemer in Rostock.

Die palliative, also schmerzlindernde, Behandlung weise aber in Deutschland erhebliche Defizite auf. In einem Modellprojekt für die Region Nord- und Ostvorpommern sei es gelungen, die Lebensqualität von Krebsschmerzpatienten zu verbessern und eine Brücke zwischen ambulanter und stationäre Behandlung zu schlagen.

In dem vom Bundesgesundheitsministerium mit 1,5 Millionen Mark (770 000 Euro) geförderten Projekt Krebsschmerz-Initiative Mecklenburg-Vorpommern suchte ein Palliative Care Team bestehend aus einem schmerztherapeutisch erfahrenem Arzt und einer Krankenschwester den Kontakt zu Hausärzten, Krankenhäusern, Patienten und Angehörigen. Das Ziel: Den an Krebsschmerzen leidenden Menschen eine Einweisung ins Krankenhaus zu ersparen und sie wenn möglich zu Hause in gewohnter Umgebung ambulant medizinisch, psychosozial und spirituell zu versorgen. Insgesamt wurden bei dem Projekt 540 Patienten betreut.

Der Präsident der Ärztekammer, Andreas Crusius, forderte, das Projekt müsse noch in diesem Jahr in die Regelversorgung der Krankenkassen aufgenommen werden. Einige Kassen hätten bereits ihre Bereitschaft signalisiert. Andere sähen zwar die humanitäre Notwendigkeit für eine verbesserte ambulante Palliativ-Versorgung, wiesen aber zugleich auf die knappen Kassen hin. (dpa)

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