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11.10.2001 Fortgeschrittenes Hodgkin-Lymphom kein Todesurteil mehr

Köln (AP) Durchbruch bei der Behandlung der Krebserkrankung Hodgkin-Lymphom: «Zum ersten Mal können wir nicht nur in frühen, sondern auch in fortgeschrittenen Stadien Heilungsraten von 85 bis 90 Prozent erreichen», berichtete der Leiter der Deutschen Hodgkin-Lymphom-Studiengruppe, Volker Diehl, in Köln. Zu verdanken ist diese positive Entwicklung besonders intensiven Behandlungsverfahren, die sich aus zyklischen Chemotherapien und Bestrahlungen zusammensetzen.

Der Krebs des Lymphsystems wird von bösartig veränderten weißen Blutkörperchen hervorgerufen. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 2.000 Menschen daran - häufig junge Erwachsene im Alter von 25 bis 30 Jahren. Trotz der jüngsten Fortschritte warnte die Deutsche Krebshilfe: «Die Diagnose Hodgkin-Lymphom kann bei jungen Patienten möglicherweise schon bald nicht mehr zuverlässig gestellt werden.»

Denn die Fehlerrate bei der Feststellung bösartiger Lymphomerkrankungen sei hoch. Daher müssten die Diagnosen in pathologischen Referenzzentren überprüft werden. Doch die Finanzierung dieser Zentren sei unklar, kritisierte Harald Stein vom Universitätsklinikum Benjamin Franklin in Berlin. «Stellen sie sich vor, wir behandeln jemanden, der eigentlich keine Behandlung nötig hat. Das ist ethisch untragbar und kostet zudem sehr viel Geld», sagte der Professor.

Er forderte daher ebenso wie die Krebshilfe die Krankenkassen auf, auch die Kosten für einen Zweitbefund in einem pathologischen Zentrum zu erstatten.

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