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08.11.2001 Darmkrebs-Vorsorge ist wichtig

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - 90 Prozent der Todesfälle durch Darmkrebs könnte Medizinern zufolge mit regelmäßigen Voruntersuchungen verhindert werden. Menschen im Alter von mehr als 50 Jahren sowie familiär vorbelastete Menschen sollten alle neun Jahre eine Darmspiegelung durchführen lassen, sagten Ärzte zum Auftakt einer zweitägigen Tagung in Frankfurt.

Mehr als 50 000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland neu an Darmkrebs, 30 000 sterben daran. Darmkrebs sei die zweihäufigste Todesart unter den Tumoren, sagte der Initiator der Tagung, der Frankfurter Radiologe Prof. Thomas Vogl. Werde eine Wucherung früh erkannt, könne sie fast immer entfernt werden, bevor sie gefährlich werde. Leider wird der Krebs gegenwärtig meist in einem Stadium erkannt, in dem nur noch 35 Prozent der Fälle heilbar sind.

Am sichersten zur Früherkennung sei nach wie vor die große Darmspiegelung (Koloskopie), betonte der Frankfurter Gastroenterologe Prof. Wolfgang Caspary. Wenn sie regelmäßig durchgeführt werde, könnten 90 Prozent der Todesfälle verhindert werden, sagten Caspary und Vogl. Gegenwärtig unterziehe sich jedoch weniger als jeder dritte Deutsche einem solchen Test. Patienten scheuen diese Methode, für die der Darm komplett leer sein muss.

Um in Zukunft mehr Risikopatienten für eine Früherkennung zu gewinnen, wird nach neuen Verfahren geforscht. Eines davon ist die virtuelle Koloskopie, bei keine Geräte mehr in den Darm eingeführt werden müssen. Es bedarf lediglich einer zwei Minuten dauernden Computertomographie, wie Vogl erklärte. Ein Computer erstellt aus der zweidimensionalen Aufnahme eine dreidimensionale, bewegte Grafik, die einer Kamerafahrt durch den Darm gleicht. Rund ein Dutzend Kliniken in Deutschland wenden Vogl zufolge das Verfahren an. Es sei noch nicht ausgereift und biete daher noch keine große Sicherheit.

Parallel suchen Mediziner nach Wegen, dem Patienten die unangenehme Darmentleerung zu ersparen, die auch für die virtuelle Spiegelung nötig ist. Gesucht wird nach einem Mittel, das den Darminhalt so einfärbt, dass er von einer Geschwulst zu unterscheiden ist. Das Röntgen des Darms werde wegen der Strahlenbelastung nur noch selten angewendet, hieß es. An dem Frankfurter interdisziplinären Symposium für innovative Diagnostik und Therapie am Donnerstag und Freitag mehr als 300 Mediziner teil.

Informationen im Internet unter: http://www.tumorscreenig.org

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