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| 26.11.2001 | Jährlich sterben in
Deutschland 500 Kinder an Krebs Berlin (dpa/bb) - Trotz großer Erfolge in der Krebstherapie sterben in Deutschland immer noch jährlich 500 Kinder an Krebs. Die Zahl der jährlich an Krebs neuerkrankten Kinder und Jugendlichen bis 15 Jahren beträgt 1800, sagte Prof. Heribert Jürgens von der Universität Münster auf der Halbjahrestagung der deutschen Gesellschaft für pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) in Berlin. Die häufigsten Formen seien Krebs des Blutsystems (Leukämien) und Hirntumore, die in 60 bis 90 Prozent der Fälle geheilt werden könnten. In der Bundesrepublik erkranken unter den 13 Millionen Kindern und Jugendlichen 14 pro 100 000 jährlich neu an Krebs. Diese Zahl verändert sich seit 15 Jahren nicht, sagte Jürgens. Da schon Kleinkinder und sogar Feten im Mutterleib Krebs entwickeln können, halten Mediziner Umweltfaktoren oder die psychosoziale Situation der Eltern für nicht ursächlich. «Jede Zellteilung beinhaltet das Risiko einer Entartung», erklärte Prof. Günter Henze, Sprecher des Kompetenznetzes Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (Kinderkrebs und Blutkrankheiten). Bei den Kindern seien es Erkrankungen des jeweils am schnellsten wachsenden Körpersystems. Jürgens ergänzte, «in diesen jungen Jahren kommt Krebs in allen Fällen völlig überraschend». «Vor 1975 konnten Ärzte so gut wie nichts bei Kinderkrebs tun», sagte Jürgens. Erst vor einem Vierteljahrhundert wurden Medikamente entwickelt, die Krebs eindämmten. Heute könnten vier von fünf Kindern geheilt werden. Für sie bedeute das aber ein Krankenhausaufenthalt von ein bis zwei Jahren, «in denen ihnen die Klinik zur zweiten Heimat wird», wie Henze sagte. Die GPOH hat sich zum Ziel gesetzt, den Kindern eine optimale Diagnostik und Therapie zu geben. Gut 95 Prozent aller erkrankten Kinder und Jugendlichen werden heute im Rahmen von kontrollierten Studien an Schwerpunktkliniken behandelt, berichtete Prof. Ursula Creutzig, Geschäftsführerin des Kompetenznetzes mit Sitz in Hannover. Der Vorteil sei, dass die kleinen Patienten nach dem neuesten Stand des Wissens behandelt werden. Mit Hilfe des Bundesforschungsministeriums, das das Netz fünf Jahre lang mit insgesamt 25 Millionen Mark unterstützt, konnten an den beteiligten Klinik-Zentren 27 Forschungs- und Studienassistenten eingestellt werden. Creutzig beklagte aber die noch mangelhafte Finanzierung. Eine Behandlung koste 100 000 bis 300 000 Mark (51 129 bis 153 388 Euro). Teilweise würden Betroffenengruppen finanziell einspringen, doch halte sie das auf Dauer für nicht tragbar. Sie hoffe auf die Unterstützung der Pharmaindustrie. |
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proLIFE - Hilfe für Krebspatienten |