|
|
| 18.12.2001 | Verfahren zur
Krebsbehandlung weiterentwickelt Tübingen (AP) Wissenschaftler der Universität Tübingen haben ein Verfahren zur molekularen Behandlung von Leberkrebs weiterentwickelt. Wie die Universitätsklinik am Montag mitteilte, handelt es sich um die so genannte Suizid-Gentherapie. Dabei werden gezielt Gene in die Tumorzellen eingebracht, um die darin enthaltenen Substanzen in potente Zellgifte umzuwandeln. Die Tumorzellen sterben nach dieser Behandlung ab: Sie begehen den Angaben zufolge quasi Selbstmord. Laborversuche haben gezeigt, dass mittels der derzeit verfügbaren Gen transportierenden Substanzen allerdings nur ein unzureichender Anteil an Tumorzellen mit den so genannten Suizid-Genen ausgestattet werden können. Die Methode war bisher also wenig wirksam, wie die Wissenschaftler unterstrichen. An der Universitätsklinik Tübingen hat nun aber eine Arbeitsgruppe um Privatdozent Ulrich Lauer in Zusammenarbeit mit dem britischen Professor Peter O'Hare, ein Verfahren entwickelt, das die Aufnahme der Suizid auslösenden Substanzen in den Tumorzellen nachhaltig verbessert. Dabei kommt laut Mitteilung das Strukturprotein VP22 des Herpes-simplex-Virus zum Einsatz - ein hocheffizientes interzelluläres Transportprotein. Von nur einer Produzentenzelle aus wird VP22 in die Kerne von mehr als 200 benachbarten Zellen transportiert, wo es sich ans Zellkernmaterial bindet und bei folgenden Zellteilungen an die neuen Tochterzellen weitergegeben wird. Dieses neu entdeckte biologische Phänomen wurde von den beteiligten Wissenschaftlern für die Verbesserung der Suizid-Gentherapie bei Leberkrebs genutzt. Dabei wurden zunächst Fusions-Gene aus VP22 und verschiedenen Suizid-Genen hergestellt. Darin blieben die hervorragenden Verbreitungseigenschaften des VP22 erhalten. Die Fusions-Gene wurden dann in die Leberkrebszellen hinein transportiert. Bei den so behandelten Krebszellen konnte eine deutlich erhöhte Abtötungsrate festgestellt werden. Die nach der herkömmlichen Methode nur mit dem Suizid-Gen behandelten Tumorzellen zeigten dagegen eine vergleichsweise geringe Abtötungsrate. Auf der Grundlage dieser Daten eröffnet sich den Wissenschaftlern zufolge die Möglichkeit, Gentransfersysteme zu verbessern und damit verstärkte therapeutische Effekte zu erzielen. |
|
proLIFE - Hilfe für Krebspatienten |