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18.02.2002 Psychische Betreuung kann Krebspatientinnen helfen

Bonn. Bei der Behandlung von Brustkrebs zählt nicht nur der medizinische Sachverstand der Ärzte. Wichtig ist auch die psychische Betreuung: «Brustkrebspatientinnen sollten sich einer Selbsthilfegruppe anschließen», empfiehlt Eva Kalbheim, Pressesprecherin der Deutschen Krebshilfe in Bonn.

Dazu rät auch Jens Huober, gynäkologischer Oberarzt am Uniklinikum in Tübingen: «In den Selbsthilfegruppen gibt es die Möglichkeit, andere Frauen zu treffen, die gelernt haben, mit der Krebserkrankung umzugehen.»

Solche Begegnungen könnten dazu beitragen, dass die Patientinnen eine positive Einstellung zur Krebsbehandlung gewinnen. «Gerade im Blick auf die Chemotherapie gibt es bei vielen Frauen Ängste und Vorbehalte.» Der Austausch mit anderen sei oft hilfreich, diese Bedenken zu überwinden.

Hilfreich kann nach Huobers Erfahrung auch die direkte psychologische Betreuung in der Klinik sein. So arbeiten etwa in der Frauenklinik in Tübingen neben den Ärzten und dem Pflegepersonal auch eine Sozialarbeiterin und eine Psychologin, die den Patientinnen helfen - und für Gespräche zur Verfügung stehen. «Brustkrebspatientinnen haben ein Bündel von Problemen», sagt Huober. «Die Erkrankung ist ein gravierender Einschnitt ins Leben. Der gesamte Alltag ändert sich.»

Das schätzt auch Professor Arne Jensen, Direktor der Universitätsfrauenklinik im Knappschaftskrankenhaus Bochum, so ein: «Die Frauen fallen nach der Diagnose oft vor Angst ins Bodenlose. Eine psychoonkologische Begleitung kann helfen, solche Krisensituation zu bewältigen.» In Jensens Klinik in Bochum gibt es ein Pilotprojekt mit geeigneten Hilfsangeboten: «Wir beschäftigen zwei Gestalttherapeuten, die für alle Patientinnen, die das möchten, Gruppen- oder Zweiergespräche anbieten.» Jensens Erfahrungen sind positiv: «Von einem großen Teil der Frauen wird das angenommen.»

Hilfreich kann auch sein, wenn sich die Patientinnen über Fragen zu der Erkrankung selbst informieren. Für Anfragen aller Art zum Thema Krebs gibt es am Krebsforschungszentrum in Heidelberg den Krebsinformationsdienst (KID). Seit 1986 hilft der KID, gefördert vom Bundesgesundheitsministerium, Patienten, Angehörigen und anderen Rat Suchenden per Telefon.

«Die Zahl der Anfragen ist ständig steigend», sagt Hilke Stamatiadis, die Leiterin des KID. «Wir können allerdings nur rund 15 000 Anrufe im Jahr beantworten. Und wir können nicht beraten, wir wollen informieren.» Seit März 2000 ist der KID zudem im Internet vertreten. Fragen an den KID sind auch per E-Mail möglich. «Wir antworten so schnell es geht», betont die KID-Leiterin.

Informationen: Der Krebsinformationsdienst (KID) des Krebsforschungszentrums Heidelberg informiert unter

http://www.krebsinformation.de

zu Krebsarten, Krebsvorbeugung oder zu Fachbegriffen. Telefonisch ist der KID montags bis freitags von 8.00 bis 20.00 Uhr unter 06221/41 01 21 zu erreichen. Die Deutsche Krebshilfe ist unter

http://www.krebshilfe.de

im Internet vertreten. Telefonische Auskünfte gibt es montags bis donnerstags von 9.00 bis 16.00, freitags von 9.00 bis 15.00 Uhr unter 0228/729 90 95. Auch die Universitätsfrauenklinik in Bochum hat eine Homepage:

http://www.ruhr-uni-bochum.de/frauenklinik,

die Frauenklinik des Universitätskrankenhauses Eppendorf in Hamburg ist unter

http://www.frauenklinik-uke.de zu finden. (dpa)

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