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25.02.2002 Neue Krebs-Medikamente statt Operationen

Frankfurt/Main. Neue Medikamente gegen Krebs könnten in Zukunft viele Tumor-Operationen überflüssig machen. Darauf haben in Frankfurt Wissenschaftler verschiedener Forschungseinrichtungen beim «Onkoforum» hingewiesen.

Das Forum will ein interessiertes Laienpublikum über die aktuelle Tumorforschung und mögliche neue Behandlungsmethoden informieren. Mit 340 000 Neuerkrankungen und 210 000 Todesfällen pro Jahr ist Krebs die zweithäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauferkrankungen.

Die Zukunft der Tumor-Therapie gehöre den «maßgeschneiderten Medikamenten», waren sich alle Referenten einig. Ihr Ziel ist es, auf molekularer Ebene die Tumorzellen abzutöten, ohne gesunde Zellen zu belasten. An solchen «spezifischen Therapien» arbeitet beispielsweise das Frankfurter Georg-Speyer-Haus. Die Forscher vergleichen, welche Gene in gesunden Zellen und welche in Tumorzellen aktiv sind. «Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms hat der Krebsforschung völlig neue Möglichkeiten eröffnet», sagte der Direktor des chemotherapeutischen Forschungszentrums, Prof. Bernd Groner.

Schon heute seien die Möglichkeiten, Krebs ohne Operation zu heilen, viel besser als vor 20 Jahren, sagte der Direktor der Universitäts-Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Prof. Manfred Kaufmann. 1980 konnten ihm zufolge erst drei Prozent aller Brustkrebs-Patientinnen allein durch Chemotherapie kuriert werden, heute seien es 20 Prozent. Heute werde zuerst medikamentös behandelt und erst dann operiert. In Zukunft könnte Medikamente vielleicht bereits in der Vorbeugung eingesetzt werden.

Auch bei anderen Tumorerkrankungen überleben immer mehr Menschen: Die Sterblichkeit durch Krebs sei seit 1985 um 20 Prozent zurückgegangen, berichtete der Direktor des Max-Planck-Instituts für Biophysik, Hartmut Michel, der 1988 den Nobelpreis für Chemie bekam.

Besonders groß sind die Erfolge bei der Leukämie. Die Erneuerung der Blutbildung mit Hilfe von so genannten adulten Stammzellen ist seit Jahrzehnten ein bewährtes Verfahren. In der Hälfte der Fälle würden Menschen durch eine Stammzellen-Transplantation geheilt, sagte Frankfurter Leukämie-Experte Prof. Dieter Hoelzer. Die Möglichkeit zum Import embryonaler Stammzellen begrüßt er als «sehr sinnvolle Entscheidung», sieht aber in den nächsten Jahren noch keine klinisch anwendbaren Erfolge daraus erwachsen. (dpa)

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