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| 19.03.2002 | Ärzte unzufrieden mit
Prostatakrebs-Früherkennung Berlin. Die in Deutschland von den Kassen bezahlte Prostatakrebs-Früherkennung ist nach Ansicht von Ärzten weitgehend wirkungslos. «Das Abtasten der Prostata mit dem Finger erkennt Prostatakarzinome erst im Spätstadium», sagte am Donnerstag Kurt Miller vom Berliner Universitätsklinikum Benjamin Franklin zum Abschluss des 25. Deutschen Krebskongresses in Berlin. «Es kommt darauf an, Prostatakarzinome frühzeitiger festzustellen», forderte Miller. Dabei könne der so genannte PSA-Test helfen, der einen bestimmten Prostata-Marker im Blut entdeckt. «Die rektale Untersuchung mit dem Finger ist nicht mehr "up to date".» Der Prostata-spezifische-Antigen-Test werde aber nach wie vor nicht von den Kassen erstattet, kritisierte der Mediziner. Jährlich erkranken in Deutschland zwischen 28 000 und 35 000 Männer neu an Prostatakrebs. «Die Datenlage ist nach wie vor unzureichend», kritisierte Miller. Es fehle weiterhin an einem flächendeckenden Krebsregister. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts Berlin hat sich die Sterblichkeit an Prostatakrebs zwischen 1990 und 1997 - neuere Zahlen liegen nicht vor - nicht verbessert. Die Mortalität liegt unverändert bei rund 28 pro 100 000 Männer und Jahr. 90 Prozent von ihnen sind älter als 60. Mehrere Experten hatten auf dem Kongress auch zur stärkeren Nutzung der Vorsorgeuntersuchung aufgerufen. Nur jeder sechste Mann gehe zur Krebsfrüherkennung, sagte Gert Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. «Der PSA-Test gibt eine ganz gute Prognose, aber keine optimale», sagte Miller weiter. «Ein erhöhter Wert bedeute noch nicht automatisch das Vorhandensein von Krebs.» Eine Prostatavergrößerung deute sich oft mit Schwierigkeiten beim Harnlassen (Miktionsbeschwerden) an. Kontinentale Unterschiede im Vorkommen von Prostatakrebs deuten auf Einflüsse der Nahrung hin. Fleisch- und fettarme Nahrung, pflanzliche Hormone (Östrogene) im Gemüse sowie Vitamin E und das Spurenelement Selen haben offenbar eine schützende Funktion. «Wir haben kein Informationsproblem, wir haben ein Umsetzungsproblem», meinte Miller. Er sei skeptisch, ob sich Männer auf eine solche Diät einlassen. An dem fünftägigen Kongress in Berlin nahmen 7700 Mediziner teil. Er war damit der größte Krebskongress, den es in Deutschland je gab. Der nächste findet in zwei Jahren voraussichtlich wieder in Berlin statt. (dpa) |
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