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| 04.06.2002 | Erstmals einheitliche
Therapie-Leitlinien für Brustkrebs Neu-Isenburg. An Brustkrebs erkrankte Frauen sollen nach dem Willen von Forschern in Deutschland künftig nach einheitlichen Leitlinien behandelt werden. Die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) hat beim diesjährigen «AGO-State of the Art-Meeting» in Neu-Isenburg ein Konzept mit Vorschlägen für die Therapie dieser Tumore vorgestellt. Es soll Ärzten in Praxen und Kliniken bei der Wahl der geeigneten Behandlung ihrer Patientinnen unterstützen. Ziel sei, die Überlebenschancen der erkrankten Frauen zu erhöhen und Kosten im Gesundheitswesen einzusparen, sagte AGO-Sprecher Gunter von Minckwitz. Erstmals in Deutschland hätten sich Wissenschaftler auf einheitliche Verfahren zur Brustkrebstherapie geeinigt. Die Leitlinien umfassen Empfehlungen für die Diagnose, Therapie und Nachsorge von erstmalig und wieder auftretendem Brustkrebs. Sie seien allerdings nicht verbindlich. Nach Angaben der AGO erkrankt jede zehnte Frau an Brustkrebs. Jährlich sterben in Deutschland rund 19.000 Frauen daran. Das sei eine höhere Sterblichkeitsrate als zum Beispiel in den USA oder Großbritannien. Grund seien mangelnde Früherkennung und Defizite in der Therapie. Expertenschätzungen zufolge werde mindestens jede dritte Erkrankte in Deutschland nicht optimal oder sogar falsch behandelt. Für die Entwicklung der Leitlinien untersuchte eine Expertengruppe der AGO die Wirksamkeit verschiedener Krebstherapien. Ihre Ergebnisse fasste sie in den Empfehlungen zusammen. Eine jährliche Überprüfung soll die Aktualität der Leitlinien sichern. Die Anwendung der Leitlinien durch Ärzte will die AGO in regelmäßigen Umfragen ermitteln. Als weitere Maßnahme zur Verbesserung der Behandlung forderte Karin Jöns, Präsidentin der deutschen Gruppe von Europa Donna, der europäischen Koalition gegen Brustkrebs, die Einrichtung von zertifizierten Brustkrebs-Zentren in Deutschland. Den Bedarf beziffert sie auf 270 Zentren in Deutschland. Die AGO gehört zur Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Sie vertritt Ärzte, die sich auf die Behandlung von an Krebs erkrankten Frauen spezialisiert haben. (dpa) |
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