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| 11.11.2002 |
Lymphdrüsenkrebs ist meistens heilbar Bonn.
Michael Lesch ist einer der beliebtesten Seriendarsteller Deutschlands.
Doch im November 1999 änderte sich das Leben des Schauspielers «Morbus Hodgkin ist eine der selteneren, bösartigen Erkrankungen», sagt Eva Kalbheim von der Deutschen Krebshilfe in Bonn. «Rund 2000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr neu daran.» Die Ursachen für die Entstehung von Morbus Hodgkin seien bis heute ungeklärt, so die Expertin. «Diskutiert wird ein Zusammenhang zwischen einer Infektion mit dem Ebstein-Barr-Virus, der das Pfeiffersche Drüsenfieber auslöst.» Zumeist sind vergrößerte Lymphknoten das erste Anzeichen. «Mehr als die Hälfte aller Betroffenen bemerken anfangs geschwollene, schmerzlose Lymphknoten am Hals», so Kalbheim. Etwa ein Drittel aller Patienten leide darüber hinaus unter unspezifischen Symptomen wie Fieber, Gewichtsverlust, Schwäche, Nachtschweiß und Juckreiz. «Ich habe die Nachricht damals sehr sachlich aufgenommen», erinnert sich Michael Lesch. «Zu oft musste ich in meinem Leben schon Krankheiten und Schmerzen ertragen.» Der Schauspieler aus Köln nahm sein Schicksal an und beschloss zu kämpfen. Dabei war seine Frau Christina von Anfang an die wichtigste Stütze. Acht kräftezehrende Chemotherapien und mehrere Operationen musste er innerhalb eines Jahres überstehen. Noch vor 30 Jahren verlief der Morbus Hodgkin zumeist tödlich. Heute haben die Patienten auch in fortgeschrittenen Krankheitsstadien eine 90-prozentige Heilungschance. In der Regel wird bei den Patienten eine Chemo- oder Strahlentherapie eingesetzt: Die Grundidee ist, dass die Medikamente oder Strahlen das meist empfindlichere Tumorgewebe stärker schädigen als die gesunden Zellen. Die Deutsche Hodgkin-Lymphom-Studiengruppe (DSHG) entwickelt seit 1978 an der Uni-Klinik in Köln spezielle Therapie-Schemata, die auf das jeweilige Krankheitsstadium der Betroffenen zugeschnitten sind. «Wir bringen jährlich 800 Patienten in unsere laufenden Studienprotokolle ein und können sie so erfolgreich behandeln», sagt Professor Andreas Engert, Mitarbeiter der DSHG. «Ziel unserer aktuell laufenden Studie ist es, die akuten und die Langzeit-Nebenwirkungen der Therapie weiter zu vermindern.» Wenn die erste Behandlung nicht zu einer kompletten Rückbildung der Krankheit führt oder ein Rückfall auftritt, werden Chemotherapie oder Bestrahlung verstärkt. Da hierbei auch das Immunsystem und das Knochenmark geschädigt werden können, entscheiden sich die Ärzte meist zu einer Knochenmark- oder Stammzelltransplantation. Im Zentralen Knochenmarkspenderregister Deutschlands (ZKRD) in Ulm sind zur Zeit mehr als 1,8 Millionen Spender registriert. «Die Knochenmarkspende ist ein kleiner Eingriff, der in der Regel in Vollnarkose durchgeführt wird und etwa eine Stunde dauert», sagt ZKRD-Geschäftsführer Karl-Heinz Müller. «Dabei wird gut ein Liter Knochenmark-Blutgemisch aus den Schaufeln des Beckenknochens abgesaugt.» Für den Spender sei das kein Problem: Die entnommene Menge stelle nur einen Bruchteil dessen dar, worüber ein Erwachsener verfügt, und werde in wenigen Wochen nachgebildet. Gefahren gebe es bei einer Knochenmarkspende kaum, so Müller. «Das wesentliche Risiko bei diesem Eingriff besteht in der Narkose.» Die Gefahr sei für einen Gesunden vergleichbar mit dem Risiko, innerhalb der nächsten Tage Opfer eines schweren Verkehrsunfalls zu werden. Sonstige Beschwerden, wie der Wundschmerz, werden von den Spendern unterschiedlich, aber meist nicht gravierend erlebt. Die Spendebereitschaft der Deutschen sei sehr groß, freut sich Karl-Heinz Müller. «Wer gern Spender werden möchte, kann sich mit allen Fragen zu diesem Thema gern an uns wenden. Zur Typisierung und Aufnahme in die Datei verweisen wir Interessierte an die einzelnen Spenderdateien.» Michael Lesch und seine Frau Christina haben ihre Erfahrungen im gemeinsamen Kampf gegen den Krebs aufgeschrieben. Das Buch «Ein Jahr Hölle» soll Krebspatienten und deren Angehörigen Mut machen. «Wir wollen den betroffenen Menschen damit zeigen, dass auch sie es schaffen können, den Krebs zu besiegen», so der Schauspieler. (dpa) Literatur: Michael Lesch, Ein Jahr Hölle. So habe ich den Krebs besiegt, Bastei Lübbe, ISBN: 3-404-61490-9, 7,90 Euro. Informationen:
Hodgkin Studiensekretariat, Herderstraße 52-54, 50931 Köln,
Tel.: 0221/478-6032, Fax 0221/478-6311; Die Selbsthilfegruppe Morbus
Hodgkin ist im Internet zu finden.
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proLIFE - Hilfe für Krebspatienten |