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| 06.01.2003 |
Mammographie soll bei Krebsvorsorge Standard werden Bonn/Heidelberg. Die Sterblichkeit bei Brustkrebs kann durch bessere Vorsorge nach Ansicht von Experten deutlich gesenkt werden. Eine zentrale Rolle soll dabei die Mammographie spielen, ein Verfahren zum Röntgen der weiblichen Brust. Von 2003 an wird es in Teilen Deutschlands als regelmäßige Routine-Untersuchung angeboten, 2005 soll es das so genannte Screening bundesweit geben. «Nur etwa jede zweite Frau geht zur Krebsfrüherkennung», bemängelt Eva Kalbheim, Sprecherin der Deutschen Krebshilfe in Bonn. «Bei Frauen über 50 sind es noch deutlich weniger.» Dabei wäre Krebsvorsorge bei ihnen noch wichtiger, schließlich steigt das Brustkrebsrisiko nach den Wechseljahren spürbar. Die Mammographie zur Vorsorge soll deshalb auch bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren zum Einsatz kommen. «Das entspricht auch einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO», sagt Hans Junkermann, Leiter des Modellprojektes Mammographie-Screening in Bremen. Geplant ist, Frauen dieser Altersgruppe künftig im Abstand von zwei Jahren regelmäßig zur Mammographie einzuladen. «Ein Tumor lässt sich im Röntgenbild drei Jahre früher erkennen als etwa durch Tasten», so der Radiologe. Für Frauen, die an Brustkrebs erkranken, entscheide das oft über Leben und Tod. «Die Mammographie als solche ist ein seit langem praktiziertes Verfahren», erklärt Professor Gerhard Adam, Direktor der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) in Hamburg. Bislang wird es vor allem angewandt, wenn ein Befund nicht eindeutig ist. Idealerweise sollen alle Frauen der besagten Altersgruppe, mindestens aber 70 Prozent, an dem Screening teilnehmen. Kritiker weisen dagegen vor allem auf den erheblichen Aufwand solcher Reihenuntersuchungen hin - und auf die mögliche Gefährdung durch Röntgenstrahlen. «Jede Röntgenuntersuchung ist prinzipiell eine zusätzliche Strahlenbelastung», räumt auch Professor Adam ein. Der Nutzen, Brustkrebs frühzeitig entdecken zu können, sei jedoch deutlich höher als das Risiko, dass eine Patientin durch die Untersuchung an Krebs erkranken könnte, betont Adam. Screenings, wie sie in Schweden oder Großbritannien schon üblich sind, haben nach Einschätzung von Professor Dietrich Fournier, Direktor der gynäkologischen Radiologie der Universitätsklinik Heidelberg, bisher noch keinen zusätzlichen Brustkrebs ausgelöst. «Dagegen sterben derzeit jedes Jahr 19 000 Frauen in Deutschland an dem Tumor, 48 000 Neuerkrankungen kommen hinzu», so der Mediziner. «In Schweden ist die Sterblichkeit bei Mammakarzinomen mit Hilfe des Screenings und verbesserter Therapie deutlich gesenkt worden», sagt Fournier. Ähnliche Erwartungen haben die Befürworter des Verfahrens auch für Screenings in Deutschland: «Durch ein organisiertes Screening ließe sich die Brustkrebssterblichkeit um 30 Prozent verringern», sagt Hans Junkermann. Die eigentliche Untersuchung dauert laut Junkermann höchstens zehn Minuten: «In der Regel ist für den Mammographie-Termin etwa eine halbe Stunde einzuplanen.» Die Brust werde für die Untersuchung zwischen zwei Plexiglasscheiben gedrückt, erläutert Eva Kalbheim von der Deutschen Krebshilfe. Das Röntgenbild wird auf einem Film oder auch digital gespeichert und anschließend auf Auffälligkeiten untersucht. Auch kleine Tumore unter einem Zentimeter sollen so entdeckt werden können. (dpa) Informationen: Deutsche Krebshilfe, Thomas-Mann-Straße 40, 53111 Bonn Deutsche Krebshilfe: http://www.krebshilfe.de
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proLIFE - Hilfe für Krebspatienten |