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21.01.2003

Mehr Obst und Gemüse könnte Krebsrate senken

Berlin. Der Verzehr von deutlich mehr Obst und Gemüse könnte nach Ansicht von Medizinern die derzeitige Krebsrate um bis zu 30 Prozent senken. Auf dem internationalen Kongress «5 am Tag» am Dienstag in Berlin forderten sie weltweite Anstrengungen, den Obst- und Gemüsekonsum zu erhöhen.

Die in den USA vor zehn und in Deutschland vor fünf Jahren begonnene Kampagne «5 am Tag» propagiert den Verzehr von fünf Hand voll Obst und Gemüse täglich. Für Deutschland würde das in etwa eine Verdoppelung bedeuten. Wie groß der Effekt auf den Krebs ist, blieb auf dem Kongress jedoch umstritten.

In Deutschland esse jeder im Schnitt 90 Kilogramm Gemüse pro Jahr, sagte Gerhard Rechkemmer von der Technischen Universität München. Umgerechnet auf den Tag wäre das nur eine Hand voll. «Insbesondere der Gemüseverzehr bleibt hinter dem zurück, was '5 am Tag' empfiehlt», sagte er. Allerdings tränken Deutsche sehr viel Obstsaft.

«Studien stützen im Großen und Ganzen die These einer Verringerung des Risikos für Speiseröhrenkrebs, Magenkrebs und Enddarmkrebs», sagte Elio Riboli, Koordinator der Europäischen Krebs- und Ernährungsstudie EPIC (Lyon). «Die Risikoverringerung ist allgemein sehr gering», räumte er jedoch ein.

Die Leiterin des amerikanischen «5 a day»-Programms, Elizabeth Pivonka, schätzt den Effekt der Informationen niedrig ein. «Die Krebsreduktion ist nicht so hoch wie erhofft», sagte sie, denn Verhaltensänderung seien mühsam. «In zwölf Jahren stieg der Verbrauch von
Obst- und Gemüseportionen von 3,9 auf 4,4 pro Tag.» Frauen würden eher mitmachen als Männer.

«Das Problem Fettleibigkeit in den Vereinigten Staaten hat epidemische Ausmaße angenommen», warnte Eric Bost, Staatssekretär im US-Landwirtschaftsministerium. «Jährlich 300 000 Sterbefälle sind auf ernährungsbedingte Krankheiten zurückzuführen. Dazu gehören Diabetes, Herzerkrankungen, Bluthochdruck und einige Krebsarten.» Insbesondere Kinder seien immer häufiger übergewichtig.

«Die Steigerung des Verzehrs von Obst und Gemüse ist ein wesentlicher Teil der Bemühungen, die weltweite Ausbreitung chronischer Erkrankungen einzudämmen», erläuterte Derek Yach, Direktor bei der Weltgesundheitsorganisation WHO (Genf). Auf dem zweitägigen «5 am Tag»-Kongress in Berlin wurde über den Stand der weltweiten Bemühungen für eine gesunde Ernährung berichtet. (dpa)

http://www.5amtag.de


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