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| 05.02.2003 |
Jede zweite Krebs-Erkrankung ist heilbar Potsdam. Krebspatienten können nach Angaben der Brandenburgischen Krebsgesellschaft die Therapie der Krankheit durch eine gesunde Ernährung und die Mitarbeit in Selbsthilfegruppen positiv beeinflussen. «Krebs ist kein Synonym für Siechtum und baldigen Tod», sagte Geschäftsführerin Bianka Rohne. Auch bereits an Tumoren erkrankte Menschen könnten «eine Menge für sich selbst tun». «Die Ernährung spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle für die Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte und den weiteren Verlauf der Krankheit», unterstrich Rohne. Es sei wichtig, nicht zu resignieren. Jüngste Untersuchungen gingen davon aus, dass jede zweite Erkrankung heilbar ist. Hoden- und Hautkrebs seien heute gut, eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse dagegen noch schlecht zu behandeln. Seit 1996 bietet die Brandenburgische Krebsgesellschaft eine kostenlose psychosoziale Beratung für Betroffene und Angehörige an. Daneben gibt es eine Ernährungsberatung, die von den Krankenkassen mit einem geringen Eigenbetrag der Patienten finanziert wird. «Wir nehmen uns sehr viel Zeit für ein Gespräch. Es werden Dinge angesprochen, für die in der Arztpraxis meist die Zeit fehlt», berichtete Rohne. Für Patienten in ländlichen Gebieten bestehe auch die Möglichkeit einer telefonischen Beratung. Ferner hilft die Krebsgesellschaft bei der Suche nach Fach- und Reha-Kliniken sowie Ansprechpartnern im Bereich Naturheilkunde. Rund 1300 Gespräche im Jahr werden laut Rohne in den Räumen der Krebsgesellschaft geführt. Neben der professionellen Hilfe ist Rohne zufolge der Austausch mit anderen Betroffenen in den Selbsthilfegruppen für den Heilungsprozess entscheidend. Dort gehe es nicht um einen «Kaffeeklatsch mit jammernden Menschen», sondern darum zu lernen, mit der Krankheit umzugehen. «Es muss nicht erst erklärt werden, wie man sich gerade fühlt oder was man durchgemacht hat.» Krebs sollte kein Tabuthema sein, mahnte die Geschäftsführerin. Im Mai plant die Krebsgesellschaft in Potsdam eine öffentliche Lesung mit Szenen aus dem Buch der Journalistin Ruth Picardie, die mit 32 Jahren an einem Gehirntumor starb. Sie hatte bis zu ihrem Tod bewusst provozierend in Zeitungskolumnen über ihre Krankheit berichtet. (dpa)
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proLIFE - Hilfe für Krebspatienten |