Aktuelles
 

18.02.2003

Darmkrebs ist heilbar und vermeidbar

Stuttgart. Jeder 20. Bürger in Deutschland erkrankt an Darmkrebs. Bundesweit sind 57 000 Menschen jährlich betroffen. Dass noch immer die Hälfte der Patienten an der Krankheit sterben, hält Professor Peter Frühmorgen für «erschreckend und vermeidbar».

In einem dpa-Gespräch sagte der Landesbeauftragte der Darmkrebs-Stiftung Lebens-Blicke für Baden- Württemberg: «Darmkrebs ist heilbar, wenn er rechtzeitig erkannt und behandelt wird.» Er sei sogar zu vermeiden, wenn die zunächst gutartigen Darmpolypen, die in 90 Prozent der Fälle für den Krebs verantwortlich seien, diagnostiziert und beseitigt würden. Am 17. Februar ist in Stuttgart die bundesweite Initiative «Darmkrebsmonat 2003» gestartet worden.

Der internationale Darmkrebsmonat wurde in Deutschland von der Felix-Burda-Stiftung aufgegriffen. Er findet jedes Jahr im März statt. Auch in Baden-Württemberg gibt es eine Vielzahl von Veranstaltungen, die vor allem zwei Ziele haben: Menschen aufklären und sie zur Vorsorge motivieren.

«Darmkrebsvorsorge-Untersuchungen sind ab dem 50. Lebensjahr kostenlos», sagte Frühmorgen. Die Vorsorge beim Haus- oder Facharzt bestehe aus einer Mastdarm- und einer Blut-im-Stuhl-Untersuchung. Bei verdächtigem Befund werde eine Darmspiegelung gemacht. «Davor haben viele Leute Angst, aber die Darmspiegelung ist heute erträglich», erklärte der Chefarzt für Darm- und Magenerkrankungen am Klinikum Ludwigsburg. Seit wenigen Monaten zahlten die Krankenkassen zwei Darmspiegelungen: Eine ab dem 55. Lebensjahr, eine weitere zehn Jahre danach.

«Die Häufigkeit einer Darmkrebserkrankung steigt ab dem 45. Lebensjahr deutlich an», sagte Frühmorgen weiter. Darum sei die Darmspiegelung auf Kassenrezept ab dem 55. Lebensjahr «ein Kompromiss, den man aus Kostengründen eingegangen ist». Der Mediziner kritisierte, dass die Kliniken derzeit keine Vorsorgeuntersuchungen durchführen dürften. Dabei gebe es gerade in ländlichen Gebieten nicht überall die modernen Untersuchungsgeräte. Frühmorgen forderte: «Gerade dort, wo es Engpässe bei den niedergelassenen Ärzten gibt, sollten die Kliniken auch die Möglichkeiten erhalten, Vorsorge- Untersuchungen zu machen.» (dpa)

www.lebensblicke.de, www.darmkrebs.de

 



THEMA

Medizin
Vorbeugung
Psyche

proLIFE - Hilfe für Krebspatienten
Walderdorffer Hof | Fahrgasse 5 | 65549 Limburg | E-Mail: info@prolife.de

Spendenkonto: 800 619, Limburger Volksbank, BLZ 511 900 00
TYPCOLOR & Hochhardt & Partner