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25.06.2003

Mediziner: Brustkrebs-Sterberate könnte viel kleiner sein

München. Die Sterblichkeitsrate bei Brustkrebs kann nach Einschätzung von Medizinern in den nächsten Jahren um rund ein Viertel gesenkt werden. «Jährlich sterben in Deutschland rund 18 000 Frauen an der Krankheit - das ist ein Irrwitz», sagte Prof. Diethelm Wallwiener am Dienstag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur (dpa). Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Senologie (Brustkunde) fordert daher die Einrichtung von spezifischen Brustzentren.

Patienten könnten in solchen Zentren von Gynäkologen, Röntgenexperten und Operateuren an einem Ort umfassend behandelt werden. «Wir müssen die interdisziplinäre Zusammenarbeit weiter verbessern», sagte der Mediziner. Ein Beispiel könne sich Deutschland unter anderem an Großbritannien nehmen, wo zertifizierte Brustzentren bereits gängig seien. Die rund 1400 Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Senologie kommen an diesem Mittwoch zu ihrer Jahrestagung in München zusammen, unter anderem um Konzepte für solche Zentren auszuarbeiten.

Jährlich erkranken nach Angaben von Wallwiener in Deutschland rund 52 000 Frauen an Brustkrebs. Besonders gefährdet seien Frauen zwischen 50 und 60 Jahren. «Wir müssen das Bewusstsein für die Bedeutung von Vorsorgeuntersuchungen deutlich erhöhen», forderte der Mediziner. «Statistisch gesehen wird jede siebte deutsche Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs erkranken.» Frauen sollten daher mindestens einmal im Jahr zur Vorsorge gehen. «Wir müssen Tumore erwischen, wenn sie noch kleiner als ein Zentimeter sind.» Auch die Ausbildung von Ärzten sei dringend zu verbessern - sowohl bei der Diagnose als auch bei der Behandlung.

«Ich bin überzeugt, dass wir die Sterblichkeitsrate um ein Viertel reduzieren können», sagte Wallwiener. Voraussetzung sei allerdings, dass Politik, Krankenkassen, Pharmaindustrie, Ärzte und auch Patienten zusammenarbeiten. «Es sitzen viele Parteien in einem Boot», sagte Wallwiener. «Wenn alle gemeinsam rudern, dann können wir es schaffen.» (dpa)

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