|
|
| 15.07.2003 | 70 Prozent aller krebskranken Kinder werden geheilt Frankfurt/Main. Ohne einen Euro öffentliche Zuschüsse entsteht in Frankfurt ein Forschungszentrum für krebskranke Kinder. Ab Herbst 2004 sollen in dem 4,5 Millionen Euro teueren Neubau 30 bis 40 Wissenschaftler arbeiten. Erforscht werden sollen unter anderem Möglichkeiten, die Immunabwehr der Patienten positiv zu beeinflussen. Der Dekan des Fachbereichs Medizin der Frankfurter Goethe- Universität, Prof. Josef Pfeilschifter, nannte das Vorhaben eine «Sternstunde» in Zeiten finanziell knapper Kassen. Gebaut wird das Forschungshaus von der Frankfurter «Stiftung für krebskranke Kinder». Schon heute könnten 70 Prozent aller an Krebs erkrankten Kinder geheilt werden, sagte Prof. Thomas Klingebiel, der das Zentrum leiten soll. Derzeit ist er Direktor der Klinik für Kinderheilkunde III. des Frankfurter Universitätsklinikums. Vor rund 30 Jahren hätten nur 10 Prozent der Kinder eine Chance auf Heilung gehabt. Zu verdanken seien die enormen Fortschritte zum einen der besseren Zusammenarbeit der Kliniken bei der Therapie von Kindern, zum anderen der hohen Zahl an Studien - fast 90 Prozent der Fälle flössen in Studien ein. Der Frankfurter Verein «Hilfe für krebskranke Kinder» wird im August dieses Jahres 20 Jahre alt. Er hat 800 Mitglieder, meist Eltern kranker Kinder. 1994 vermachte eine Frau, die mit 32 Jahren an Krebs starb, dem Verein ihr komplettes Vermögen. Die daraus entstandene «Stiftung für krebskranke Kinder» verfügt über 10 Millionen Euro Grundkapital, mit den Erträgen finanziert sie Krebsforschung bei Kindern. Neben dem Bau des Forschungshauses lobt die Stiftung eine Stiftungsprofessur aus, die laufenden Kosten sollen durch Drittmittel gedeckt werden. Krebserkrankungen bei Kindern sind nach Darstellung Klingebiels komplett anders als bei Erwachsenen. Die Tumore seien bösartiger und wüchsen schneller, man könne sie aber auch besser stoppen. Als wichtigstes Forschungsgebiet nannte Klingebiel die Immuntherapie. Dabei wird versucht, Immunzellen so zu beeinflussen, dass sie die Behandlung unterstützen - also körpereigene Tumorzellen oder Viren und Bakterien angreifen, aber fremde Stammzellen nach der Transplantation nicht abstoßen. An dem neuen Zentrum
sollen auch Möglichkeiten erforscht werden, Tumorzellen selbst
dann noch nachzuweisen, wenn die Krankheit fast überwunden ist.
Gesucht werden soll nach besseren Stammzell-Quellen und nach der Rolle
von Viren bei der Krebsentstehung. (dpa) |
|
proLIFE - Hilfe für Krebspatienten |