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05.10.2003

Auch bei gesundem Immunsystem kann Krebs wachsen

Berlin. Tumore können auch unter einem gesunden Immunsystem wachsen. Wenn Tumore sich eingeschlossen haben und wie ein selbstständiges Organ funktionieren, akzeptiere ein ansonsten wachsames Immunsystem das Krebsgewebe, erläuterte am Sonnabend Hans Schreiber von der University of Chicago (USA) auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Immunologie in Berlin.

Es stelle eine besondere Schwierigkeit dar, immunologische T- Zellen («Killerzellen») in solide eingekapselte Tumoren einzuschleusen, betonte er auf der von 1300 Experten besuchten Tagung. Es sei nicht verwunderlich, dass es kaum Fortschritte im Kampf gegen Brust-, Prostata- und Darmtumoren gebe, die häufig solide Geschwülste seien, während beispielsweise Leukämie (Blutkrebs) sehr viel besser zu behandeln sei als noch vor wenigen Jahren.

Bestrahlung oder hohe Dosen von Interleukin-2 könnten solide Tumore aufbrechen und den Zugang für T-Zellen erleichtern, so Schreiber weiter. Die Nebenwirkungen wie Kopfweh oder Fieber seien jedoch beträchtlich.

«Das Immunsystem ist ein zweischneidiges Schwert», sagte Kongressleiter Stefan Kaufmann von der Berliner Charité. «Je stärker es ist, je stärker es angreifen kann, desto größer ist die Gefahr eines 'Selbstangriffs' oder 'Bürgerkriegs' im Körper, wie er sich als Rheuma, Asthma oder Allergie zeigt.» Die Tatsache, dass 30 Millionen Menschen in Deutschland über allergische Probleme klagen, zeige, dass das Immunsystem oftmals eher überreagiere. Auch das sei bei der Ertüchtigung der Tumorabwehr zu bedenken. (dpa)

 


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