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| 08.04.1999 | Leiden
ist kein Schicksal
idw - Tumorpatienten leiden unter einer Vielzahl unterschiedlicher Beschwerden. Zu den häufigsten gehören Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, psychoneurologische Symptome, Ernährungsprobleme und starke Erschöpfung. Auch in Situationen, in denen eine Heilung nicht mehr möglich ist, können Mediziner zumindest die Symptome lindern und damit den Patienten eine sehr viel höhere Lebensqualität ermöglichen. Auf dem, deutschen Symposium über Palliativmedizin soll deshalb erstmals umfassend der Kenntnisstand in der schmerz- und symptomorientierten Therapie von Krebserkrankungen vermittelt werden. Das Mitte April stattfindende Symposium wird von der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) und der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in Essen veranstaltet. Palliative Therapie erfordert besondere Kenntnisse der behandelnden Ärzte. Eine alle Symptome einschließende palliativmedizinische Aus- oder Weiterbildung, wie sie zum Beispiel in USA, England und Skandinavien angeboten wird, fehlt jedoch bislang in Deutschland. Darüberhinaus mangelt es auch international an einheitlichen Standards für die symptomorientierte Therapie. Solche Standards liegen bislang nur für die Schmerzbehandlung vor. Die DGHO hat sich das Ziel gesetzt, diese Lücken zu schließen. Im Rahmen ihres "10-Punkte-Programm für die Internistische Onkologie" werden Methoden zur schmerz- und symptomorientierten onkologischen Therapie weiterentwickelt, validiert und in Ausbildungsrichtlinien eingearbeitet. Das verbreitete Urteil, die beste - da schonendste - Therapie bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen sei die medikamentöse Schmerztherapie, muß inzwischen stark differenziert werden. In den vergangenen Jahren wurden eine Reihe onkologischer Eingriffe so weiterentwickelt, daß sie Schmerz und andere Symptome nachhaltig auf sanfte Weise lindern können. So wurden mittlerweile viele chirurgische Eingriffe dahingehend verfeinert, daß sie den Patienten nur kurzzeitig hospitalisieren, aber großen Erfolg bringen. Man entfernt oder überbrückt zum Beispiel tumoröse Darmteile und bekämpft damit nachhaltig Übelkeit, Erbrechen und kolikartige Schmerzen. Bronchoskopische Eingriffe bei Lungentumoren, die den Patienten durch implantierte Röhrchen (Stents) wieder Atemfreiheit verschaffen, können heute mit einer lokalen Betäubung durchgeführt werden. Ähnliche Eingriffe sind oft auch bei anderen Hohlorganen sinnvoll, wie Gallengängen, Bauchspeicheldrüse oder Speiseröhre. Alle Maßnahmen dienen sowohl der Behandlung bestehender Beschwerden und Funktionsstörungen als auch ihrer Prophylaxe. |
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proLIFE - Hilfe für Krebspatienten |