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25.10.2000 Nanopartikel lassen Krebszellen im Fieber verglühen

Neue Methode soll nächstes Jahr in Berlin erprobt werden

Bonn (AP) Millionstel Millimeter kleine Körnchen aus Eisen könnten in naher Zukunft die Bekämpfung bisher unheilbarer Krebsarten verbessern. Wie die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL) in Bonn berichtete, gelang es Forschern des Berliner Universitätsklinikums Charite und des Leibniz-Instituts für Neue Materialien (INM) in Saarbrücken, Nanopartikel zu entwickeln, die Grundstoff für die neuartige Krebstherapie in Kombination mit Operation, Chemo- und Strahlentherapie sein sollen. Schon im nächsten Jahr solle die raffinierte Technik bei der Behandlung bisher unheilbarer Gehirntumore an der Charite angewandt werden.

Nanopartikel sind seit einigen Jahren Gegenstand eifriger Forschung auf verschiedensten Gebieten. Bei der jetzt entwickelten Anwendung werden Eisenpartikel, 10.000 Mal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares und noch 1.000 Mal kleiner als rote Blutkörperchen verwendet. Wegen ihrer geringen Größe können die Teilchen auch durch feinste Blutgefäße strömen und von Tumorzellen millionenfach aufgenommen werden.

Den Wissenschaftlern in Saarbrücken unter Leitung von Institutschef Helmut Schmidt gelang es nach dem Bericht der WGL, in industriellen Mengen gefertigte Nanopartikel an ihrer Oberfläche biochemisch so zu gestalten, dass sie von Krebszellen als vermeintliche Nahrung «gefressen» werden. Das ermöglicht die Anwendung der an der Charite von Andreas Jordan entwickelten so genannten Magnetflüssigkeits-Hyperthermie: Die Nanopartikel werden dem Patienten injiziert. Haben sich die Krebszellen damit vollgefressen, wird der Patient einem wechselnden Magnetfeld ausgesetzt.

Das Magnetfeld ist für den Menschen ungefährlich. Durch ihren hohen Eisengehalt erwärmen sich aber die Tumorzellen so sehr, dass sie quasi hohes Fieber bekommen und absterben. Für ihre Beseitigung sorgt dann der Körper selbst; die Nanopartikel werden ausgeschieden und über den normalen Stoffwechsel abgebaut.

http://www.cc-nanochem.de/medizinmf.htm

http://www.wgl.de

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