Erlebt
 

Wolfgang Knuth
53 Jahre, verheiratet, 4 Kinder, Stadtbaumeister, Sylt

Geschenktes Leben

An einem Abend im Winter 1993 rief mich mein Hausarzt an. Er teilte mir das Ergebnis einer von mir nicht sonderlich ernst genommenen Darmspiegelung mit: Krebs! Ich war wie gelähmt und empfand ein Gefühl von Unwirklichkeit. Erst durch das Weinen meiner Frau, die sich während des Gespräches neben mich gestellt hat, begriff ich, dass es wirklich um mich ging. An diesem Abend stellten meine Frau und ich uns auf das Schlimmste ein: Vielleicht war es zu spät und wir mussten uns auf meinen Tod vorbereiten. Ich wollte mich aber keinesfalls in ein dunkles Kellerloch stürzen lassen.

Gemeinsam kämpfen

Wir beschlossen - im gemeinsamen Gebet - selbst dort hinunterzugehen in den Keller der äußersten aller Möglichkeiten, aber von dort auch wieder hinauf, um im Vertrauen auf Gott den Kampf aufzunehmen. Am nächsten Tag sammelten wir einen Kreis von Freunden um uns, um gemeinsam für meine Heilung zu beten. Wir trafen uns in einer Kirche und vor dem Altar bekannte ich Gott, was ich - aufgerüttelt durch meine lebensbedrohende Situation - als zwischen mir und ihm stehend empfand, besonders meine Undankbarkeit. Dann legte ich mein Leben und Sterben erneut in seine Hand.

Neues Leben aus Gottes Hand

Ein Freund bekam während dieses Gebetes einen bildhaften Eindruck: Ein Vogel, eben noch fliegend, stürzt jäh und unkontrolliert ab. Bestürzt wandte sich mein Freund mit der inneren Frage an Gott: Warum Wolfgang, er gehört zu dir, er arbeitet in deinem Reich? Daraufhin bekam das Bild eine Fortsetzung: Plötzlich breitete der Vogel die Flügel aus und landete auf einem Zaunpfahl, mit einem Zweig im Schnabel. Auf den Punkt genau. Als mein Freund uns dieses Bild beschrieb, dachten wir alle an das Gleiche - an die Taube, die Noah immer wieder aussandte, bis sie mit dem Zweig eines Ölbaums im Schnabel zurückkehrte, als Zeichen des neuen Lebens aus Gottes Hand. Ich wusste in meinem Herzen: Ich kann selber nichts tun, außer mich fallen zu lassen und Gott zu vertrauen; er hat mein Leben in der Hand und leitet mich auf den Punkt genau.

"Du hast keine Angst"

Ein weiteres Mitglied unserer Gebetsgruppe, eine Frau, die Gott einige Jahre zuvor von Krebs im Endstadium gerettet hatte, sprach mir zu: "Du hast keine Angst!" Es war für mich wie ein Befehl Gottes und - mit seiner Hilfe - hatte ich von diesem Augenblick an zu keinem Zeitpunkt, weder vor noch nach der Operation, eine Spur von Angst. Auch nicht Tage später, als ich im Krankenhaus meinen "Feind", die Krebsgeschwulst, bei einer erneuten Darmspiegelung auf dem Monitor sehen konnte. Mein innerer Kommentar war: Also doch eine Operation und keine Heilung durch Gebet. Ich hatte aber mich selbst und die Situation zu Gott hin losgelassen und war einverstanden.

Eine kostbare Zeit

Dank des Einsatzes meines Hausarztes war ich in das Krankenhaus eingeliefert worden, das in unserer Region und darüber hinaus im Zusammenhang mit Darmerkrankungen einen besonders guten Ruf hat. Unsere vier Kinder wurden von der eilends angereisten Schwiegermutter versorgt und meine Frau begleitete mich durch die nächsten elf Tage, die Zeit meines Krankenaufenthaltes. Es war eine kostbare Zeit für unsere Ehe, für unsere Liebe zueinander! Die Christen am Ort bildeten eine Gebetskette. Ein Hauskreis feierte mit uns Abendmahl. Und am Tag vor meiner Operation kam ein Pfleger in mein Krankenzimmer, den ich nicht kannte: "Ich habe von dir gehört, ich lebe auch mit Jesus. Morgen, wenn du in Narkose in den OP geschoben wirst, habe ich dort Dienst und werde für dich beten!" Durch die vielen Zeichen der Liebe Gottes konnte ich mich ganz loslassen und mich ihm, den Ärzten und dem ganzen Ablauf anvertrauen. Und ich war gehorsam: Ich hatte keine Angst!

Kein Krebs mehr

Die Operation war erfolgreich und die Ärzte beschlossen, dass ich weder Chemotherapie noch Bestrahlungen brauchte. Ich unterzog mich allerdings fünf Jahre lang einem intensiven Nachsorgeprogramm, das die Stärkung des Immunsystems zum Ziel hatte. Auf die vier wichtigsten Punkte achte ich seitdem immer noch: das Bleiben im seelischen Gleichgewicht, körperliche Fitness, gesunde Ernährung und die ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen. 1998 ist die intensive Nachsorge in eine normale Vorsorge übergegangen. Der Krebs ist nicht mehr aufgetaucht und ich vertraue darauf, dass es so bleibt. Einige Zeit vor dem Auftreten des Krebses hatte mich ein Mitglied unseres Hauskreises gefragt: "Bist Du dankbar, dass Du lebst?" Ich war damals bestürzt, als mir bewusst wurde, dass ich diese Frage - auch nach den vielen Jahren, die ich schon mit Jesus lebte und den vielen Beweisen seiner Liebe und Treue - nicht uneingeschränkt bejahen konnte. Aber ich kann heute sagen: Eine Frucht meiner Krebserkrankung ist die Dankbarkeit darüber, dass ich lebe.

Kontakt:
Wolfgang Knuth
W-P.Knuth@t-online.de

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