Patientensicherheit betrifft jeden Menschen, der medizinische Versorgung erhält – ebenso wie Angehörige und alle Personen, die an der Versorgung beteiligt sind. Der Welttag der Patientensicherheit am 17. September macht jedes Jahr darauf aufmerksam, wie wichtig eine sichere Gesundheitsversorgung ist.
Gerade bei einer Tracheostomaversorgung endet dieses Thema nicht an der Tür einer Klinik oder Pflegeeinrichtung. Auch zu Hause spielt Sicherheit eine wichtige Rolle. Materialien müssen verfügbar sein, medizinische Hilfsmittel sollten zuverlässig funktionieren und für mögliche Notfallsituationen gilt es, gut vorbereitet zu sein.
Feste Routinen und regelmäßige Kontrollen können dabei helfen, mehr Sicherheit in den Versorgungsalltag zu bringen. Ein persönlicher Sicherheitscheck ist deshalb eine gute Möglichkeit, wichtige Punkte regelmäßig im Blick zu behalten.
Patientensicherheit hat viele Perspektiven
Was bedeutet eigentlich Patientensicherheit? Auf diese Frage kann es ganz unterschiedliche Antworten geben. Für einen Patienten kann Sicherheit beispielsweise bedeuten, gut informiert und in Entscheidungen einbezogen zu werden. Angehörigen kann es Sicherheit geben, genau zu wissen, was im Alltag zu tun ist und an wen sie sich bei Problemen wenden können.
Persönliche Erfahrungen zeigen besonders deutlich, wie unterschiedlich Menschen Situationen im Gesundheitswesen wahrnehmen. Auf der Webseite stimmen-fuer-patientensicherheit.de berichten Betroffene und Angehörige von ihren Erlebnissen und davon, welche Erfahrungen sie mit dem Thema Patientensicherheit verbinden.
Solche Berichte können dazu beitragen, den Blick für die Bedürfnisse von Patienten und Angehörigen zu schärfen. Denn Sicherheit entsteht nicht allein durch technische Hilfsmittel und medizinische Abläufe. Verständliche Informationen, gute Kommunikation und das Wissen, was in einer bestimmten Situation zu tun ist, gehören ebenfalls dazu.
Warum Sicherheit bei einem Tracheostoma besonders wichtig ist
Menschen mit einem Tracheostoma sind im Alltag auf eine zuverlässige Versorgung angewiesen. Abhängig von der individuellen Situation werden verschiedene Hilfsmittel und Verbrauchsmaterialien benötigt. Gleichzeitig können Situationen auftreten, in denen schnell gehandelt werden muss.
Umso wichtiger ist es, nicht erst dann nach benötigten Materialien oder Geräten suchen zu müssen. Eine gute Vorbereitung kann dabei helfen, Abläufe übersichtlicher zu gestalten und in kritischen Situationen schneller reagieren zu können.
Dabei geht es nicht darum, den Alltag ständig mit möglichen Notfällen zu verbinden. Im Gegenteil: Gut etablierte Routinen können entlasten. Wenn Sie wissen, dass benötigte Materialien vorhanden sind, Geräte funktionieren und die individuell empfohlene Notfallausrüstung bereitliegt, müssen Sie diese Punkte nicht jedes Mal neu organisieren.
Sicherheitscheck: Sind alle Materialien vorhanden?
Ein einfacher, aber wichtiger Bestandteil der Tracheostomaversorgung ist die regelmäßige Kontrolle der benötigten Materialien.
Prüfen Sie deshalb in festen Abständen, welche Verbrauchsmaterialien vorhanden sind und ob die Menge bis zur nächsten Lieferung ausreicht. Welche Produkte benötigt werden, hängt von der individuellen Versorgung ab.
Hilfreich kann es sein, für häufig verwendete Materialien einen festen Aufbewahrungsort festzulegen. Dadurch behalten Sie leichter den Überblick und wissen auch in Situationen, in denen es schnell gehen muss, wo sich alles befindet.
Achten Sie dabei insbesondere auf folgende Punkte:
- Bestände überprüfen: Kontrollieren Sie regelmäßig, ob die für Ihre Versorgung benötigten Materialien in ausreichender Menge vorhanden sind.
- Materialien griffbereit aufbewahren: Häufig benötigte Produkte sollten so gelagert werden, dass Sie oder Ihre Angehörigen schnell darauf zugreifen können.
- Rechtzeitig nachbestellen: Warten Sie möglichst nicht, bis ein wichtiges Produkt vollständig aufgebraucht ist.
- Materialien kontrollieren: Achten Sie beispielsweise auf unbeschädigte Verpackungen und gegebenenfalls vorhandene Verfallsdaten.
Eine feste Routine kann helfen, diese Kontrollen selbstverständlich in den Alltag zu integrieren.
Absauggerät regelmäßig auf Einsatzbereitschaft prüfen
Wenn ein Absauggerät Bestandteil Ihrer individuellen Versorgung ist, sollte auch dessen Einsatzbereitschaft regelmäßig kontrolliert werden.
Prüfen Sie das Gerät und das dazugehörige Zubehör entsprechend den Vorgaben des Herstellers sowie den Empfehlungen Ihres behandelnden Teams. Entscheidend ist, dass das Absauggerät bei Bedarf zuverlässig genutzt werden kann.
Ein regelmäßiger Blick auf Gerät und Zubehör kann verhindern, dass fehlende Teile oder andere Probleme erst in einer Situation auffallen, in der das Gerät unmittelbar benötigt wird.
Hilfreiche Fragen für Ihren persönlichen Check sind z.B.:
- Ist das Gerät einsatzbereit: Prüfen Sie die Funktionsfähigkeit entsprechend den Herstellerangaben.
- Ist das benötigte Zubehör vorhanden: Kontrollieren Sie, ob alle für Ihre Versorgung vorgesehenen Komponenten griffbereit sind.
- Ist die Stromversorgung sichergestellt: Berücksichtigen Sie die für Ihr Gerät vorgesehenen Möglichkeiten zur Stromversorgung beziehungsweise zum mobilen Betrieb.
- Sind alle Anwender mit dem Gerät vertraut: Personen, die das Absauggerät bedienen sollen, sollten wissen, wie es entsprechend der individuellen Einweisung eingesetzt wird.
Bei Unsicherheiten zur Bedienung oder zur notwendigen Ausstattung sollten Sie sich an Ihr behandelndes Team oder die Tracheostoma-Fachkraft Ihres zuständigen Versorgers wenden.
Notfallausrüstung: Vorbereitung gibt Sicherheit
Neben den Materialien für die tägliche Versorgung spielt die individuell empfohlene Notfallausrüstung eine wichtige Rolle. Welche Hilfsmittel und Materialien dazugehören, richtet sich nach der jeweiligen Versorgungssituation und sollte mit dem behandelnden medizinischen Team abgestimmt werden.
Die Ausrüstung sollte vollständig, gut erreichbar und den Personen bekannt sein, die im Notfall unterstützen können.
Kontrollieren Sie regelmäßig:
- Vollständigkeit: Sind alle individuell empfohlenen Materialien vorhanden?
- Erreichbarkeit: Können Sie oder Ihre Angehörigen schnell auf die Notfallausrüstung zugreifen?
- Zustand: Sind Materialien und Hilfsmittel einsatzbereit und gegebenenfalls innerhalb des vorgesehenen Verwendungszeitraums?
- Vertrautheit: Wissen die beteiligten Personen, wo die Ausrüstung liegt und wie sie entsprechend ihrer Einweisung verwendet wird?
- Notfallkontakte: Sind wichtige Telefonnummern und Ansprechpartner schnell verfügbar?
Besonders sinnvoll ist es, diese Kontrolle nicht nur einmal vorzunehmen. Legen Sie einen festen Rhythmus fest, der zu Ihrem Alltag und Ihrer individuellen Versorgung passt.
Routinen können den Versorgungsalltag erleichtern
Sicherheit bedeutet nicht, jeden Tag sämtliche Materialien und Geräte vollständig neu zu kontrollieren. Vielmehr können feste Abläufe dafür sorgen, dass wichtige Kontrollen zuverlässig stattfinden.
Sie können beispielsweise bestimmte Aufgaben mit festen Zeitpunkten verbinden: Eine Bestandskontrolle erfolgt immer an einem bestimmten Wochentag, die Notfallausrüstung wird in regelmäßigen Abständen überprüft und die Funktionskontrolle von Geräten wird entsprechend den Herstellerangaben in den Alltag eingebunden.
Eine Checkliste kann dabei eine wertvolle Unterstützung sein. Sie müssen sich nicht alle Punkte merken und können systematisch prüfen, was bereits erledigt wurde.
Das ist auch dann hilfreich, wenn mehrere Personen an der Versorgung beteiligt sind. Eine klare Struktur erleichtert es, Verantwortlichkeiten abzustimmen und Informationen weiterzugeben.
Auch Angehörige sollten vorbereitet sein
Bei der häuslichen Tracheostomaversorgung übernehmen Angehörige häufig wichtige Aufgaben oder unterstützen in bestimmten Situationen. Deshalb ist es sinnvoll, Sicherheitsroutinen gemeinsam zu besprechen.
Wo befinden sich die benötigten Materialien? Wo steht die Notfallausrüstung? Welche Telefonnummer wird in welcher Situation benötigt? Was wurde für einen möglichen Notfall mit dem behandelnden Team vereinbart?
Je klarer solche Fragen im Vorfeld geklärt sind, desto weniger muss im entscheidenden Moment improvisiert werden.
Wichtig ist dabei: Die notwendigen Maßnahmen und Vorgehensweisen können je nach Tracheostoma und persönlicher gesundheitlicher Situation unterschiedlich sein. Individuelle Notfallmaßnahmen sollten deshalb immer durch entsprechend qualifizierte Fachkräfte vermittelt und praktisch eingeübt werden.
Sicherheit bedeutet auch, Fragen zu stellen
Patientensicherheit beginnt nicht erst bei einer Checkliste. Sie bedeutet auch, Informationen zu verstehen und bei Unsicherheiten nachzufragen.
Wenn Ihnen beispielsweise die Bedienung eines Hilfsmittels nicht vollständig klar ist oder Sie unsicher sind, welche Materialien für Ihre Notfallausrüstung benötigt werden, sollten Sie diese Fragen nicht offenlassen. Wenden Sie sich an die zuständigen Fachkräfte und lassen Sie sich Abläufe gegebenenfalls erneut erklären und zeigen.
Das gilt auch, wenn sich Ihre Versorgung verändert. Neue Hilfsmittel, eine andere Trachealkanüle oder veränderte Anforderungen können dazu führen, dass bisherige Routinen angepasst werden müssen.
Fazit: Gute Vorbereitung schafft mehr Sicherheit im Alltag
Der Welttag der Patientensicherheit erinnert daran, dass eine sichere Versorgung viele Bausteine hat. Bei der Tracheostomaversorgung zu Hause gehören dazu unter anderem verfügbare Materialien, einsatzbereite Hilfsmittel, eine individuell abgestimmte Notfallausrüstung und Menschen, die wissen, was im Bedarfsfall zu tun ist.
Regelmäßige Sicherheitschecks können dabei helfen, diese Voraussetzungen dauerhaft im Blick zu behalten. Mit festen Routinen wird die Kontrolle zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Versorgungsalltags.

