An heißen Sommertagen freut sich jeder über Sonnenschein und warme Temperaturen. Doch mit der Hitze steigt auch der Flüssigkeitsbedarf des Körpers. Viele Menschen denken dabei vor allem an das Schwitzen – dabei geht auch über die Atmung kontinuierlich Flüssigkeit verloren.
Für Tracheostomaträger ist dieser Flüssigkeitsverlust besonders wichtig. Da die Atemluft nicht mehr den natürlichen Weg durch die Nase nimmt, wird sie nicht ausreichend angefeuchtet und erwärmt. Dadurch können die Atemwege schneller austrocknen und das Sekret zäher werden. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr trägt deshalb dazu bei, dass Sie sich auch an heißen Tagen wohler fühlen und Ihre Atemwege bestmöglich unterstützt werden.
Warum der Körper über die Atmung Flüssigkeit verliert
Jeder Atemzug gibt Feuchtigkeit an die Umgebung ab. Normalerweise übernimmt die Nase dabei eine wichtige Aufgabe: Sie befeuchtet, erwärmt und filtert die eingeatmete Luft. Bei einem Tracheostoma entfällt diese natürliche Funktion ganz oder teilweise. Dadurch gelangen trockene und warme Luft direkt in die Atemwege.
Besonders im Sommer, wenn die Temperaturen steigen und zusätzlich viel Flüssigkeit über das Schwitzen verloren geht, kann sich dieser Effekt verstärken. Die Folge kann sein, dass Schleim zäher wird und sich schwerer abhusten lässt. Viele Betroffene empfinden dies als unangenehm oder bemerken, dass die Atemwege schneller gereizt sind.
Ausreichend trinken – eine einfache Unterstützung für Ihren Körper
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt den gesamten Organismus. Sie hilft dabei, den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen und kann dazu beitragen, dass Sekret weniger zäh wird. Wie viel Sie täglich trinken sollten, hängt unter anderem von Ihrem Gesundheitszustand, Ihrem Körpergewicht, der Außentemperatur und Ihrer körperlichen Aktivität ab. Wenn Ihr Arzt oder Tracheostoma-Experte Ihnen eine bestimmte Trinkmenge empfohlen hat oder Sie aufgrund einer Erkrankung weniger trinken dürfen, sollten Sie sich selbstverständlich an diese Vorgaben halten.
Gerade an heißen Tagen lohnt es sich, bewusst auf das eigene Trinkverhalten zu achten.
Vier Tipps für ausreichend Flüssigkeit im Sommer
Mit ein paar einfachen Gewohnheiten können Sie Ihren Körper dabei unterstützen, auch an heißen Tagen ausreichend mit Flüssigkeit versorgt zu bleiben. Die folgenden Tipps lassen sich leicht in den Alltag integrieren und helfen Ihnen, Ihren Flüssigkeitshaushalt im Blick zu behalten.
1. Regelmäßig trinken:
Warten Sie nicht erst, bis Sie Durst verspüren. Das Durstgefühl setzt häufig erst ein, wenn dem Körper bereits Flüssigkeit fehlt. Verteilen Sie Ihre Trinkmenge möglichst gleichmäßig über den Tag. Kleine Mengen in regelmäßigen Abständen sind oft angenehmer als große Mengen auf einmal.
Geeignet sind beispielsweise Wasser, ungesüßte Tees oder stark verdünnte Saftschorlen – sofern keine medizinischen Gründe dagegen sprechen.
2. Eine Trink-App oder Erinnerungsfunktion nutzen
Im Alltag gerät das Trinken schnell in Vergessenheit. Eine Trink-App oder die Erinnerungsfunktion Ihres Smartphones kann Sie regelmäßig daran erinnern, ein Glas Wasser zu trinken. Viele Apps dokumentieren außerdem Ihre tägliche Trinkmenge und helfen Ihnen dabei, Ihre persönlichen Ziele im Blick zu behalten.
Auch eine gut sichtbare Trinkflasche auf dem Schreibtisch oder im Wohnzimmer kann eine hilfreiche Erinnerung sein.
3. Für angenehme Abkühlung sorgen
Je weniger Ihr Körper durch Hitze belastet wird, desto wohler fühlen Sie sich. Suchen Sie möglichst schattige Plätze auf, tragen Sie leichte, luftige Kleidung und vermeiden Sie körperliche Anstrengungen während der heißesten Stunden des Tages.
Kühlende Umschläge, ein feuchtes Tuch im Nacken oder ein Ventilator können zusätzlich für Erleichterung sorgen. Achten Sie jedoch darauf, dass die Zugluft nicht dauerhaft direkt auf das Tracheostoma gerichtet ist, um eine Reizung der Atemwege zu vermeiden.
4. Elektrolyte bei starkem Schwitzen ausgleichen
Wer an heißen Tagen stark schwitzt, verliert nicht nur Flüssigkeit, sondern auch Mineralstoffe wie Natrium und Kalium. In bestimmten Situationen kann nach ärztlicher Rücksprache eine Elektrolytlösung sinnvoll sein, um den Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt zu unterstützen.
Nehmen Sie Elektrolytpräparate jedoch nicht eigenständig über einen längeren Zeitraum ein, sondern sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt oder Ihrem medizinischen Fachpersonal.
Weitere Tipps für heiße Sommertage mit Tracheostoma
Neben einer ausreichenden Trinkmenge gibt es noch weitere Möglichkeiten, Ihre Atemwege zu unterstützen:
- Auf die Luftfeuchtigkeit achten: Trockene Raumluft kann die Atemwege zusätzlich belasten. Luftbefeuchter oder geeignete Befeuchtungssysteme können – je nach individueller Situation – hilfreich sein.
- HME-Filter regelmäßig kontrollieren: Ein HME-Filter unterstützt die Befeuchtung der Atemluft. Achten Sie darauf, ihn entsprechend der Herstellerempfehlungen zu wechseln.
- Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden: Planen Sie Spaziergänge oder Erledigungen möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden.
- Warnzeichen ernst nehmen: Wenn Sie bemerken, dass das Sekret deutlich zäher wird, Sie sich ungewöhnlich erschöpft fühlen oder Anzeichen einer Austrocknung auftreten, sollten Sie medizinischen Rat einholen.
Fazit
Im Sommer braucht Ihr Körper besonders viel Aufmerksamkeit – und das gilt für Menschen mit einem Tracheostoma in besonderem Maße. Ausreichendes Trinken hilft dabei, den Flüssigkeitshaushalt zu unterstützen und kann dazu beitragen, dass die Atemwege besser befeuchtet bleiben. Kombiniert mit regelmäßigen Trinkpausen, einem möglichst kühlen Umfeld und einem bewussten Umgang mit Hitze können Sie gut vorbereitet durch warme Sommertage gehen.
Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers und zögern Sie nicht, bei Unsicherheiten Ihren Arzt oder Ihr medizinisches Fachpersonal anzusprechen.

