Die Pubertät ist eine aufregende Zeit voller Veränderungen. Der Körper entwickelt sich weiter, neue Interessen entstehen und der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit wächst. Für Jugendliche mit Multipler Sklerose (MS) kommen häufig zusätzliche Herausforderungen hinzu. Neben Schule, Freundschaften und Zukunftsplänen müssen sie lernen, ihre Erkrankung immer eigenständiger in ihren Alltag zu integrieren.
Nicht jeder Jugendliche mit MS ist von Blasen- oder Darmfunktionsstörungen betroffen. Treten diese jedoch im Verlauf der Erkrankung auf, verändert sich oft auch der Umgang mit der eigenen Versorgung. Eine individuell angepasste Kontinenzversorgung kann dann dabei helfen, den Alltag sicher und selbstbestimmt zu gestalten.
Die Pubertät verändert vieles – auch den Umgang mit MS
Während der Pubertät entwickeln Jugendliche Schritt für Schritt ihre eigene Identität. Sie möchten Entscheidungen selbst treffen und Verantwortung übernehmen. Das gilt auch für den Umgang mit ihrer Erkrankung.
Gleichzeitig verändert sich der Alltag. Arzttermine müssen geplant, Therapien organisiert und gesundheitliche Entscheidungen zunehmend selbst getroffen werden. Diese neuen Aufgaben können zunächst herausfordernd wirken. Mit der passenden Unterstützung lassen sie sich jedoch nach und nach gut in den Alltag integrieren.
Wichtig ist dabei, dass Jugendliche ausreichend Zeit bekommen, um in ihrem eigenen Tempo Verantwortung zu übernehmen. Kleine Erfolge stärken das Selbstvertrauen und fördern die Selbstständigkeit.
Wenn eine Kontinenzversorgung erforderlich wird
Kommt es im Verlauf der MS zu Blasen- oder Darmfunktionsstörungen, kann auch die Kontinenzversorgung zu einem festen Bestandteil des Alltags werden. Viele Jugendliche wünschen sich in dieser Phase Lösungen, die zuverlässig, diskret und leicht anzuwenden sind.
Mit zunehmendem Alter möchten viele Betroffene ihre Versorgung außerdem selbst organisieren. Dazu gehören beispielsweise:
- Hilfsmittel sicher anwenden: Die eigene Versorgung verstehen und die Produkte im Alltag selbstständig nutzen.
- Arzttermine aktiv begleiten: Fragen vorbereiten und eigene Erfahrungen im Gespräch einbringen.
- Versorgung vorausschauend planen: Rechtzeitig an Nachbestellungen denken und Hilfsmittel für Schule, Freizeit oder Reisen dabeihaben.
- Veränderungen wahrnehmen: Beschwerden beobachten und diese mit dem behandelnden Arzt besprechen.
Niemand muss diese Verantwortung von heute auf morgen übernehmen. Vielmehr handelt es sich um einen Prozess, der Schritt für Schritt gelingt.
Schule, Freizeit und Freundschaften aktiv gestalten
Mit zunehmendem Alter gewinnen soziale Kontakte und persönliche Interessen an Bedeutung. Jugendliche möchten Zeit mit Freunden verbringen, Sport treiben, Hobbys nachgehen oder erste berufliche Pläne entwickeln.
Sollte eine Kontinenzversorgung notwendig sein, kann eine individuell angepasste Lösung dabei helfen, den Alltag möglichst unbeschwert zu gestalten. Diskrete und einfach anzuwendende Hilfsmittel geben vielen Betroffenen mehr Sicherheit und ermöglichen es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Das Ziel ist nicht, die Erkrankung in den Mittelpunkt zu stellen, sondern den Alltag trotz MS aktiv und selbstbestimmt gestalten zu können.
Offene Gespräche geben Sicherheit
Die Pubertät bringt oft viele Fragen mit sich. Manchmal fällt es Jugendlichen schwer, über ihre Erkrankung oder über Blasen- und Darmprobleme zu sprechen. Dabei kann ein offener Austausch entlasten.
Gespräche mit Ärzten, Pflegefachkräften, Kontinenz-Experten oder anderen Betroffenen können dabei helfen,
- Unsicherheiten abzubauen: Fragen offen anzusprechen und Antworten zu erhalten.
- Erfahrungen auszutauschen: Von den Erlebnissen anderer zu profitieren.
- Mut zu gewinnen: Zu erkennen, dass viele Jugendliche ähnliche Herausforderungen erleben.
Auch Selbsthilfegruppen oder Online-Communities wie die Kontinenz-Helden können eine wertvolle Unterstützung sein.
Eine Versorgung, die sich dem Leben anpasst
Jeder Jugendliche erlebt die Pubertät und den Verlauf einer MS-Erkrankung anders. Deshalb gibt es keine Lösung, die für alle gleichermaßen geeignet ist.
Wenn eine Kontinenzversorgung mit Einmalkathetern oder analen Iriigationssystemen erforderlich wird, sollte sie sich an den persönlichen Bedürfnissen orientieren. Dazu gehören unter anderem:
- Individuelle Beratung: Gemeinsam eine Versorgung finden, die zu Schule, Freizeit und Alltag passt.
- Passende Hilfsmittel: Produkte auswählen, die Sicherheit geben und leicht anzuwenden sind.
- Regelmäßige Anpassungen: Die Versorgung bei veränderten Bedürfnissen überprüfen und anpassen.
- Persönliche Begleitung: Bei Fragen oder neuen Herausforderungen kompetente Ansprechpartner an der Seite haben.
Je besser die Versorgung zum Alltag passt, desto leichter fällt es vielen Jugendlichen, ihren eigenen Weg selbstbewusst zu gehen.
Fazit: Selbstständig den eigenen Weg gehen
Die Pubertät ist eine Zeit des Aufbruchs – auch für Jugendliche mit Multipler Sklerose. Mit jeder neuen Erfahrung wächst die Fähigkeit, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen.
Treten im Verlauf der Erkrankung Blasen- oder Darmfunktionsstörungen auf, kann eine individuell angepasste Kontinenzversorgung zusätzlich dabei helfen, den Alltag sicher und selbstbestimmt zu meistern. Mit der richtigen Beratung, passenden Hilfsmitteln und einem unterstützenden Umfeld können Jugendliche lernen, ihre Versorgung eigenständig zu organisieren und gleichzeitig ihre persönlichen Ziele und Wünsche zu verfolgen.

