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Transurethraler Einmalkatheter

Was ist ein Einmalkatheter?

Ein transurethraler Einmalkatheter wird - im Gegensatz zu Dauerkathetern – zur Entleerung der Blase jeweils einfach oder einmal, d.h. ohne erneute Wiederverwendung, eingesetzt. Der Betroffene katheterisiert sich mit dem Einmalkatheter in der Regel selbst. Dieser Vorgang, bei dem der Betroffene den Einmalkatheter in die Harnröhre einführt und seine eigene Blase entleert, wird auch als intermittierender Selbstkatheterismus (oder abgekürzt „ISK“) bezeichnet. Der Urin kann hierbei entweder in die Toilette, ein Urinal oder einen Urinbeutel geleitet werden. Unmittelbar nach der Blasenentleerung wird der transurethrale Einmalkatheter entfernt und entsorgt. 

© PROLIFE homecare GmbH
© PROLIFE homecare GmbH

In vielen Ländern Europas (insbesondere im nördlichen Europa und in Frankreich) gilt der intermittierende Selbstkatheterismus („ISK“) zur Therapie von Inkontinenz als „Mittel der Wahl“ bzw. wird erfolgreich vergleichsweise deutlich häufiger verwendet als in Deutschland. 

Aktuelle Produktbeispiele von Einmalkathetern: 

Produktbeispiele weibliche Einmalkatheter
Produktbeispiele weibliche Einmalkatheter
Produktbeispiele männliche Einmalkatheter
Produktbeispiele männliche Einmalkatheter

Katheter-Augen

Gebrauchsfertigkeit

Wann wird er angewendet?

Der intermittierende Selbstkatheterismus (oder „ISK“) via Nutzung eines transurethralen Einmalkatheters gilt als sichere Technik zur Entleerung der Blase für Menschen, die selbständig sind bzw. sich mobil in Ihrer häuslichen Umgebung, am Arbeitsplatz oder draußen bewegen wollen. Der transurethrale Einmalkatheter kann über fast alle Altersgruppen eingesetzt werden, vom Kind bis ins hohe Alter.

Transurethrale Einmalkatheter werden insbesondere bei den folgenden Inkontinenzarten eingesetzt:

  • Reflexinkontinenz;
  • Drang- oder Urgeinkontinenz;
  • Harnrückstau bei Blasenentleerungsstörungen (Schwierigkeiten Blase vollständig zu entleeren bzw. Detrusor-Sphinkter Dysfunktionen > 100ml/Toilettengang)
  • Überlaufinkontinenz – unfreiwilliger Harnverlust bei großen Restharnmengen und mangelnder oder fehlender Blasenmotorik als Ursache von Multipler Sklerose (MS), Schlaganfall oder auch Diabetes, im Zusammenhang mit neurogenen, aber auch nicht-neurogenen Blasenentleerungsstörungen.

Neurogene Blasenentleerungsstörungen können infolge von Verletzungen bzw. Schädigungen der Nerven und/oder des Gehirns auftreten. Prominente Beispiele sind Querschnittslähmung, Multipler Sklerose, Parkinson, Spina Bifida oder als Folge von Diabetes.

Nicht-neurogene Blasenentleerungsstörungen können resultieren aus:

  • Ersatzblase (Pouch, Neoblase, Mitrofanoff-Ableitung)
  • Blasenüberaktivität in Kombination mit medikamentöser Behandlung (Botulinim-Toxin),
  • Behinderung des Urin-Abflusses (bspw. bei gutartigen Prostataerkrankungen),
  • Blasenlähmung,
  • Chronischer Harnrückstau,
  • Schädel- oder Hirnverletzungen,
  • nach operativen Eingriffen an der Blase mit Blasenauslassobstruktionen kurzfristiger oder langfristiger Natur,
  • psychogenen Erkrankungen.

Die Vermutung bzw. Angst vieler von Inkontinenz Betroffener, dass mit der Anwendung eines transurethralen Einmalkatheters Schmerzen bzw. Schädigungen der Harnwege verbunden sind, ist heute nicht mehr begründet. Produktinnovationen und moderne Herstellungsverfahren stellen heute sicher, dass die Handhabung bequem und gesundheitsverträglich ist. Dieser Qualitätsstandard der heutigen transurethralen Einmalkatheter wird auch als „atraumatisch“ bezeichnet.

Der transurethrale Einmalkatheter kann bei Harninkontinenz von Männern oder Frauen eingesetzt werden.

Die Anwendung des transurethralen Einmalkatheters bzw. das Erlernen des intermittierenden Selbstkatheterismus (oder „ISK“) erfordert ein Selbständigkeitstraining. Qualifiziertes Fachpersonal sollte zum Erlernen und zur laufenden Unterstützung hinzugezogen werden. Der ISK kann aber auch von Dritten (Angehörigen, Pflegepersonal) durchgeführt werden. In diesem Fall spricht man vom Fremdkatheterismus.

Dem Design des transurethralen Einmalkatheters wird sich heute neben der Funktionalität besonders gewidmet. In den letzten Jahren wurden transurethrale Einmalkatheter als Kompaktkatheter entwickelt, die nicht wie „typische Blasenkatheter“ aussehen und für absolute Diskretion sorgen.

Wie wird er angewendet?

Produktvarianten

Entscheidet man sich für den intermittierenden Fremd- oder Selbstkatheterismus (oder „ISK“), wird der Katheter im Durchschnitt 5 mal pro Tag, 35 mal pro Woche, 150 mal pro Monat oder 1.800 mal pro Jahr eingesetzt. Der Auswahl des richtigen transurethralen Einmalkatheters kommt insofern besondere Bedeutung zu. Die Katheter für den langfristigen Fremd- oder Selbstkatheterismus (oder „ISK“) lassen sich nach den folgenden Eigenschaften unterscheiden:

Material

Geschlecht

Länge

Durchmesser

Katheter-Spitze

Katheter-Augen

Gebrauchsfertigkeit

Einführschutz

Häufigkeit der Verwendung

Umverpackung

Konnektivität

Was sind die Vor- und Nachteile?

Welche Anwendungstipps gibt es?

Welches Zubehör ist sinnvoll?

Für die Anwendung von Einmalkathetern gibt es verschiedenes Zubehör. Hierzu gehören im Einzelnen:

  • Führungshilfe: Die Führungshilfe stellt ein Instrument dar, um den Einmalkatheter, insbesondere den Führungsbereich, bei dessen Einführung (vor Keimen bzw. Bakterien durch manuelle Berührung) zu schützen. Die Führungshilfe ersetzt Handschuhe. Sofern diese nicht mit dem Einmalkatheter bereitgestellt wird, kann sie separat bereitgestellt werden.
  • Gel: Transurethrale Einmalkatheter, die nicht beschichtet sind und nicht gebrauchsfertig bereitgestellt werden, bedürfen (zum Schutz der Harnröhre) bei der Einführung in die Harnröhre eines Gels. Das Gel besteht in seiner Grundzusammensetzung aus Wasser, Chlorhexidindigluconat und Natriumlactat. Darüber hinaus gibt es apothekenpflichtige Gele mit einem Anästhetikum, die in Ausnahmefällen eingesetzt werden. Geläufige Gel-Marken sind Endosgel und „Installagel“ (apothekenpflichtige Variante mit Anaesthetikum).
  • Handschuhe: Anstelle einer Führungshilfe können sterile Handschuhe genutzt werden.
  • Spezielles Abdecktuch: Spezielle Abdecktücher werden eingesetzt, um den Ablageort des transurethralen Einmalkatheters (nach dem Öffnen der Umverpackung) vor Bakterien und Keimen zu schützen.
  • Desinfektionsmittel: Desinfektionsmittel wird vor dem ISK eingesetzt, um die Hände und die Harnröhre von Keimen und Bakterien zu befreien.
  • Beinspiegel (für Frauen): Frauen nutzen Beinspiegel zur Einführung des Einmalkatheters in die Harnröhre.
  • Kompressen: Kompressen werden zur Desinfektion genutzt.
Carola Eilers Inkontinenz
Autor
Carola Eilers
PROLIFE homecare GmbH
Carola Eilers ist langjährige Kontinenzexpertin bei PROLIFE. Als examinierte Krankenschwester und Bowel Management Nurse hat sie sich seit vielen Jahren auf die Beratung und Betreuung von Patienten mit neurogenen Blasen- und Darmentleerungsstörungen spezialisiert und schult Pflegekräfte und Betroffene im Umgang mit den Hilfsmitteln wie Einmalkatheter oder Anale Irrigation.